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Planungsdezernent Mike Josef spricht von einer "Jahrhundertchance".

Verkehr

Entscheidung über A661-Tunnel in Frankfurt naht

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Weil die A661 schon bald breiter werden soll, muss sich die Stadt Frankfurt jetzt auf eine Einhausung festlegen.

Die Einhausung der Autobahn A661 im Frankfurter Osten hat der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) als „Jahrhundertchance“ bezeichnet. Der Autobahndeckel repariere ein Stück weit die Schneise, welche die Autobahn A661 geschlagen habe. Sie ermögliche mehr Wohnungsbau im Ernst-May-Viertel und eine durchgehende Grünverbindung vom Günthersburgpark zum Wasserpark, Huthpark und Lohrberg.

Stadtrat Josef setzt sich für die 1080 Meter lange Einhausung nach Variante L2 zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße ein. Sie ist auch Favoritin der Koalition im Römer. Am heutigen Mittwoch beraten die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen jeweils getrennt über die Einhausung. Bis zum Ende der Woche wird mit einem gemeinsamen Antrag gerechnet. Die Variante L2 würde von der Anschlussstelle Friedberger Landstraße bis zur Lärmschutzgalerie Seckbacher Landstraße reichen, die Lärmschutzgalerie wäre nicht eingehaust, anders als bei der Variante L1, welche die Galerie einbezieht,

Für die 1300 Meter lange Variante L1 setzen sich die Ortsbeiräte 3 (Nordend) und 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) sowie die Fraktion der Linken, der Frankfurter und der „Fraktion“, einem Zusammenschluss der „Partei“, der Piratenpartei und der Freien Wähler ein. Möglicherweise wird am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung über die Einhausung diskutiert.

Josef spricht sich aus Kostengründen gegen die Variante L1 aus, stellt aber in Aussicht, die Galerie nachträglich einzuhausen. Vorbild seien die sogenannten Hamburger Deckel, drei Einhausungen in den Hamburger Stadtteilen Schnelsen, Stellingen und Altona an der Autobahn A7. An den Kosten beteiligt sich der Bund.

Auf eine Beteiligung des Landes und des Bundes an der Einhausung der A661 hofft auch der Planungsdezernent. Entsprechende Fördertöpfe seien vorhanden. Vorher sei aber ein eindeutiger Beschluss der Stadtverordneten notwendig. Die Zeit für diesen Beschluss dränge, weil die hessische Straßenbehörde Hessen Mobil den Ausbau der Autobahn A661 zwischen Friedberger Landstraße und Autobahndreieck Erlenbruch vorantreibe. Ein Planänderungsverfahren wird bis Frühjahr 2020 eröffnet.

Unter den Stichwort „Verflechtungsstreifen“ ist eine Verbreiterung der A661 vorgesehen. Auf der rund drei Kilometer langen Strecke wird die A661 den Plänen zufolge zwischen zwei und vier Fahrspuren pro Richtung haben, außerdem einen Standstreifen pro Richtung. Das hessische Verkehrsministerium hat in diesem Zusammenhang einem Bericht der Frankfurter Rundschau widersprochen, wonach die A661 im Frankfurter Osten schon jetzt durchgehend sechs Spuren bekommen soll. Bei der Verbreitung der Autobahn, die auf den Plänen zu erkennen ist, handele es sich lediglich um Einfädelungs-, Verflechtungs- und Verzögerungsstreifen in der Nähe von Auf- und Abfahrten. Die vorhandenen Fahrspuren würden außerdem um die Direktrampe von der Friedberger Landstraße in Richtung Süden ergänzt. Mit dem Ausbau der A661 auf drei Fahrspuren pro Richtung, ergänzt durch die Einfädelungs-, Verflechtungs-, und Verzögerungsstreifen, rechnet das Ministerium ab 2030. Die Einhausung müsse für sechs Fahrspuren ausgelegt sein.

Hintergrund: Die Deckel

Als die Einhausung der Autobahn A661 untersucht wurde, stellten sich vier mögliche Varianten heraus. Die kürzeste Variante L4 wäre 400 Meter lang und kostete die Stadt nach Preisstand von 2013 58 Millionen Euro. Variante L3 hätte eine Länge von 880 Metern und kostete rund 134 Millionen Euro.

Die Variante L2 wäre 1080 Meter lang und kostete 151 Millionen Euro. Die Maximalvariante L1 wäre 1300 Meter lang, schlösse das Galeriebauwerk ein und kostete 178 Millionen Euro.

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