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Entschärfung der Fliegerbombe in Frankfurt geglückt

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Von: Steven Micksch

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Nach dem Fund der Fliegerbombe in Frankfurt musste auch die Autobahn 648 im betroffenen Bereich voll gesperrt werden.
Nach dem Fund der Fliegerbombe in Frankfurt musste auch die Autobahn 648 im betroffenen Bereich voll gesperrt werden. © dpa

Der 500 Kilogramm schwere Sprengkörper in einem Frankfurter Neubaugebiet bereitet dem Kampfmittelräumdienst am Ende weniger Probleme als die Evakuierung durch die Polizei im Vorfeld.

Kurz nach 16 Uhr gab die Feuerwehr Frankfurt am Mittwoch Entwarnung: Die im Stadtteil Bockenheim gefundene amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde erfolgreich entschärft. Schlussendlich gelang es den Fachkräften des Kampfmittelräumdienstes des Landes Hessen, den Zünder der Bombe zu entfernen und ihn dann gesondert zu zerstören. Dadurch war es nicht notwendig, die gesamte Bombe zu sprengen, was einen erheblichen Mehraufwand bedeutet hätte.

Zuvor waren die Art und der Zustand des Zünders als größte Unwägbarkeiten diskutiert worden. Da der Sprengkörper Dreckverkrustungen aufwies, war die Zündung nicht einsehbar. Die Verkrustungen könnten jedoch erst entfernt werden, wenn die Evakuierung abgeschlossen sei, so Alexander Majunke vom Kampfmittelräumdienst vorab.

Der Beginn der Vorarbeiten an der Bombe und die eigentliche Entschärfung hatten sich aber erheblich verzögert. Laut Feuerwehr lag dies zum einen an einigen Transporten von mobilitätseingeschränkten Menschen, die sich im Vorfeld nicht bei den zuständigen Stellen gemeldet hatten. Hier mussten kurzfristige Transporte arrangiert werden.

Zum anderen gab es aber auch zwei Personen, die sich weigerten, die Gefahrenzone zu verlassen. Bei einer Person lag eine psychische Beeinträchtigung vor, die andere Person war schlichtweg uneinsichtig, so dass sie sogar für die Dauer der Entschärfung in Gewahrsam genommen werden musste, berichtete ein Polizeisprecher am Abend. Ob noch weitere Strafen auf die Person zukommen könnten, werde derzeit geprüft.

Insgesamt waren laut Stadt etwa 20 000 Bewohnerinnen und Bewohner von der Evakuierung betroffen. Ursprünglich sollten alle Menschen um 9 Uhr früh den Bereich verlassen haben. Erst um 14.20 Uhr twitterte die Frankfurter Feuerwehr, dass die Evakuierung abgeschlossen sei und die Arbeiten an der 500 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe in der Baugrube beginnen könnten.

In dem etwa 1000 Meter großen Radius rund um die Bombe, die im Bereich des Neubauvorhabens „Am Römerhof/Angelika-Machinek-Straße“ in Bockenheim gefunden worden war, liegen auch ein Pflegeheim, ein Abschnitt der Autobahn 648 sowie die Leitwarte des Energieversorgers Mainova. Die Autobahn war ab dem Westkreuz stadteinwärts gesperrt. Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen. Die Tramlinie 17 musste verkürzt fahren, die Metrobuslinie M34 stellte ihren Betrieb in Teilen ein.

Die Buslinie 79 musste komplett eingestellt werden. Ebenfalls beeinträchtigt waren die M46, M72, die Buslinien 50 und 54. Die S-Bahn-Linien 3 und 4 wurden ab 11.30 Uhr zwischen Frankfurt Hauptbahnhof und Frankfurt-Rödelheim umgeleitet, die S5 endete aus Richtung Friedrichsdorf kommend bereits in Rödelheim.

Der Blindgänger war am Montag bei Bauarbeiten entdeckt worden. Zur Vorbereitung wurden 50 000 Liter Wasser und große Mengen Sand als Schutzmaßnahme am Fundort aufgeschichtet. Dadurch sollte die Gefahr von herumfliegenden Splittern minimiert werden. mit dpa

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