et-kaufholdt2_091020
+
Brav und böse - aber der erste Eindruck täuscht: Karen Ascoe und Daniel Burke verbringen gerade sehr viel Zeit zusammen.

„Switzerland“

English Theatre zeigt einen Thriller im Wohnzimmer

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
    schließen

Im Zweipersonenstück „Switzerland“ stehen Daniel Burke und Karen Ascoe gerade auf der Bühne des English Theatre Frankfurt. Doch auch privat müssen die zwei ein gutes Team sein.

Karen Ascoe und Daniel Burke bilden gerade eine echte Schicksalsgemeinschaft. Täglich außer montags stehen die beiden in dem klaustrophobischen Zweipersonenstück „Switzerland“ gemeinsam auf der Bühne, und auch nach der Vorstellung sind sie auf Harmonie angewiesen: Sie teilen sich nämlich eine Wohnung des English Theatre Frankfurt, und pandemiebedingt sollten sie so wenige Außenkontakte wie möglich haben. Das wäre schon fast ein idealer Handlungsort für den nächsten Thriller. Glücklicherweise verstehen sich die britischen Schauspieler:innen, die sich vor ihrem Frankfurt-Engagement überhaupt nicht kannten, sehr gut - anders als auf der Bühne.

„Bei den Besprechungen in London war das am Anfang schon seltsam, dieses Wissen, dass man in Frankfurt so isoliert sein wird“, berichtet Ascoe. „Aber ist das nicht eigentlich genau das, was wir alle in den letzten Monaten sowieso gemacht haben?“ Irgendwann war dann aber noch vor dem Start von einer Verlängerung des Engagements auf zehn statt vier Wochen die Rede. „Da kommt man ins Nachdenken“, sagt Burke. Es ging aber dann doch gut: „Unser Regisseur Tom Littler hat da ein ganz tolles Gespür dafür, wer zusammenpassen könnte“, sagt Burke.

Ein seltsamer Besucher

Disziplin und die Meidung riskanter Situationen sind angesagt, damit beide fit sind. „Schauspieler sind daran gewöhnt, gesund zu bleiben“, meint Ascoe augenzwinkernd. Davon hängt viel ab. Das Theater in der Gallusanlage hat den Psychothriller in englischer Sprache, der von der berühmten Kriminalautorin Patricia Highsmith und einem seltsamen jungen Besucher handelt, ohne Zweitbesetzung inszeniert. „Doppelbesetzungen, das macht man aber auch nur bei ganz großen Produktionen“, sagt Ascoe.

Die Zeit wird ihnen nicht lang, in zehn Wochen stelle sich keine Routine ein, meinen beide, im Gegenteil. „Man lernt die Figuren und das Stück mit allen seinen Facetten jeden Tag besser kennen“, sagt Burke. „Es ist wirklich toll geschrieben, das merke ich jeden Tag mehr.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare