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English Theatre in Frankfurt: Rechtsamt prüft Weitergabe des Vertrags

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Von: Florian Leclerc

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Der Mietvertrag des English Theatre läuft Mitte April 2023 aus. Foto: Christoph Boeckheler
Der Mietvertrag des English Theatre läuft Mitte April 2023 aus. Foto: Christoph Boeckheler © christoph boeckheler*

Das English Theatre in Frankfurt verhandelt mit Capitaland und der Commerzbank um seinen Verbleib.

Das English Theatre verhandelt mit der Commerzbank und dem Eigentümer des Galli-leoturms, Capitaland, über einen Verbleib des Theaters im Erdgeschoss und Souterrain der Gallusanlage 7. Das sei der Grund, warum Intendant Daniel Nicolai am Donnerstagabend nicht persönlich im Kulturausschuss des Römers erschienen sei, sagte die Ausschussvorsitzende Mirrianne Mahn (Grüne).

Zuletzt hatte die Commerzbank den Untermietvertrag mit dem English Theatre bis Mitte April 2023 verlängert und darauf verwiesen, das English Theatre müsse sich mit Capitaland auf einen Mietvertrag einigen.

Beraten wird das Theater nun nach eigenen Angaben von der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer und zwar pro bono, ohne Kosten. Wie das Theater mitteilte, soll die Frage geklärt werden, ob der städtebauliche Vertrag über eine kulturelle Nutzung im Gallileoturm beim Verkauf des Gebäudes von der Commerzbank an ein Konsortium und später durch das Konsortium an Capitaland weitergegeben wurde.

Einblick in städtebaulichen Vertrag

Die Frankfurter Rundschau konnte den Vertrag aus dem Jahr 1999 einsehen. Unterschrieben wurde er vom damaligen Kämmerer Albrecht Glaser, dem damaligen Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel und Vertretern der Dresdner Bank, der Rechtsvorgängerin der Commerzbank.

„Die Bank verpflichtet sich, nach Erteilung einer entsprechenden Baugenehmigung auf dem Gallileo-Grundstück die nach dem Entwurf des obengenannten Bebauungsplans öffentlich nutzbaren Flächen unverzüglich zu errichten und dauerhaft für zweckbestimmte öffentliche Nutzung frei und zugänglich zu halten“, heißt es darin. Der Bebauungsplan nennt als „publikumswirksame Nutzungen“: „Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und sonstiger Gemeinbedarf“. Die Verpflichtung gilt für alle Rechtsnachfolger. Die Bank verpflichtete sich damals vertraglich, Räume fürs English Theatre einzurichten. „Publikumswirksame Nutzungen, das kann auch ein Kiosk mit kulturellen Veranstaltungen sein“, gab Nils Kößler (CDU) zu Bedenken. „Das wäre weit weg von unseren Vorstellungen.“

„Wir sollten den Gesprächen eine Chance geben, Herr Nicolai wird im Januar im Ausschuss darüber berichten“, sagte Mirrianne Mahn.

„Das English Theatre führt die Verhandlungen. Das Rechtsamt prüft, ob die Commerzbank den Vertrag an Capitaland weitergegeben hat“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). „Wir sind alle dafür, das Theater zu erhalten“, sagte Britta Wollkopf (Volt) mit Blick in die Runde. „Es sind allerdings nur noch wenige Monate, bis das Theater nach jetzigem Stand ausziehen muss“, gab Sabine Fischer (CDU) zu Bedenken.

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