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Rachel Stott führt Regie bei „The Girl on the Train“.
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Rachel Stott führt Regie bei „The Girl on the Train“.

English Theatre Frankfurt

English Theatre Frankfurt: Schon die Proben waren spannend wie ein Thriller

Am Freitag steigt im English Theatre Frankfurt die Premiere von „The Girl on the Train“. Ein Psychothriller wie ein Puzzle, in dem immer ein Stück fehlt.

Jede gute Geschichte beginnt außergewöhnlich – da ist sich die Regisseurin Psyche Stott sicher. Ihr neues Stück „The Girl on the Train“, das an diesem Freitag im English Theatre in Frankfurt Premiere feiert, erfüllt diese Grundvoraussetzung gleich vierfach: Die Protagonistin Rachel ist alkoholabhängig, hat ihren Ehemann und ihren Job verloren und kann die Miete nicht mehr bezahlen. Wenn sie morgens mit dem Zug nach London fährt, nutzt sie die Zeit, um die vorbeiziehenden Häuser zu beobachten und sich das vermeintlich perfekte Leben dort vorzustellen. Sie bleibt unbeteiligt, bis sie etwas Ungewöhnliches beobachtet.

„Ich habe das Gefühl, dass alle Protagonistinnen und Protagonisten zur falschen Zeit am falschen Ort sind“, sagt Stott. In Rachels Leben scheine alles schiefzugehen, sie habe nichts mehr – und erreiche damit den Punkt, an dem der Mensch sich nur noch auf seinen Instinkt verlassen könne. Doch was bedeutet es, wenn die Erinnerung nicht verlässlich ist?

Ganz praktisch: Es entsteht ein Psychothriller – ein Puzzle, in dem immer ein Stück fehlt. Über das Genre selbst denkt Stott allerdings nicht nach, wenn sie mit der Arbeit an einem Stück beginnt: „Es geht mir nur um die menschliche Erfahrung“, sagt sie.

Das neue Stück

Das English Theatre Frankfurt im Galileo-Hochhaus, Gallusanlage 7, gilt als größtes englischsprachiges Theater auf dem europäischen Festland.

Die Saison 2021/22 beginnt am 3. September und endet am 24. Juli 2022. Statt üblicherweise vier werden fünf Produktionen gezeigt. Bis zum 6. November macht „The Girl on the Train“ den Saisonauftakt.

Tickets sind online sowie unter der Nummer 069/24 23 16 20 zu haben. prlr

Trotzdem ist „The Girl on the Train“ der zweite Thriller, den Stott am English Theatre auf die Bühne bringt. 2019 zeigte das Theater bereits den Ökothriller „The Children“. Als die englische Regisseurin am Jahresende gefragt wurde, ob sie in der Spielzeit 2019/20 die Regie von „The Girl on the Train“ inszenieren würde, war Corona noch kein Thema.

Da kannte sie nur die Verfilmung, die sie kaltgelassen habe, wie sie sagt. Dann las sie den Roman von Paula Hawkins und entdeckte, welchen Vorteil das Theater hier gegenüber Film und Fernsehen habe. „Theater ist wie ein wirklich gutes Buch – es fordert unsere Vorstellungskraft heraus“, sagt Stott.

Mitten in den Vorbereitungen, als die Castings in London im Frühjahr 2020 langsam starteten, stoppte die Pandemie alles. Erst in diesem Juni und Juli wurden schließlich Schauspielerinnen und Schauspieler ausgewählt.

Die Proben in London begannen im August unter außergewöhnlichen Umständen. Kaum jemand stand in den vergangenen eineinhalb Jahren auf der Bühne, bei den Proben mussten zunächst Masken getragen werden. „Es ist auch ein bisschen so, als würde man von Sportlerinnen und Sportlern verlangen, dass sie ohne Training plötzlich einen Marathon laufen“, sagt Stott.

„Hungrig nach Arbeit“ seien sie alle gewesen, machten Kompromisse, sahen zuletzt kaum noch ihre Familien, um die Reise und damit die Produktion nicht zu gefährden. Seit Mitte August proben alle Beteiligten in Deutschland. Als Stott in Frankfurt aus dem Flugzeug gestiegen war, spürte sie Erleichterung. Nach all der Zeit zu Hause, jeder in seinen eigenen vier Wänden, sei ihr momentan auch deutlich wie nie, wie sehr Menschen Anschluss und Kontakt brauchten – und genau dort setzt auch „The Girl on the Train“ an.

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