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„Secret Life of Humans“ musste wegen Corona mehrfach verschoben werden und läuft im dritten Anlauf im Frühjahr 2022.
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„Secret Life of Humans“ musste wegen Corona mehrfach verschoben werden und läuft im dritten Anlauf im Frühjahr 2022.

Kultur

English Theatre Frankfurt feiert Wiedereröffnung

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Das English Theatre Frankfurt hat sich während der Pandemie mit Onlinersatzangeboten zurückgehalten. Jetzt feiert es mit dem Beginn der neuen Spielzeit Wiederöffnung.

Der Song „Back to Life“ der britischen Band Soul II Soul wird eingespielt. Zurück ins Leben: Dahin will auch das English Theatre Frankfurt endlich wieder. „We’ll be back“, hatte es am Anfang der Corona-Pandemie im Frühling 2020 verkündet, nun ist es bald so weit. „Wir sind bester Dinge und froh, dass es wieder losgeht“, sagt Intendant Daniel Nicolai bei der Vorstellung des Programms der neuen Saison in der Theaterbar. „Back to Life“ sei nach all den Monaten mit Homeschooling, Homeoffice und Livestreaming der Post-Covid-Slogan des English Theatres.

Wobei sich das größte englischsprachige Theater Kontinentaleuropas „ja sehr zurückgehalten“ habe in Sachen Onlineersatzangebot. Er sei skeptisch, „wer sich das wirklich anschaut“, begründet Nicolai seine Distanz zum Digitalprogramm. Zudem wurde die Zeit des Lockdowns anderweitig genutzt, für Videokonferenzen und Absprachen mit dem Team in London zum Beispiel. Oder für theaterpädagogische Workshops, die teilweise weiterlaufen konnten, „weil wir nicht nur als Theater, sondern auch als außerschulischer Lernort gelten“, sagt Pressesprecherin Caroline Winter.

Neue Virusvarianten, Einreisebeschränkungen und die Ausweisung von Risikogebieten treffen das English Theatre, das seine Stücke vor allem in Großbritannien und den USA produziert und castet, in besonderem Maße. Dies wurde im Herbst vorigen Jahres deutlich, als Aufführungen für einige Wochen möglich waren. Der Thriller „Switzerland“ von Joanna Murray-Smith konnte als einzige Produktion der Spielzeit 2020/21 vor Publikum gezeigt werden, David Byrnes „Secret Life of Humans“ schaffte es indessen nicht mehr auf die Bühne. Das gesamte Ensemble sei aus England angereist, das Stück fertig geprobt und vorbereitet gewesen, sagt Daniel Nicolai. Doch als im November 2020 der nächste Lockdown kam, „haben wir alles wieder zusammengepackt und alle ausgeflogen“. Ziel sei es gewesen, das Theater in den „Winterschlaf“ zu versetzen, „und zwar so, dass es so wenig wie möglich kostet“.

Nach solchen Erfahrungen blieb das Theater bei der Festlegung des Termins für die Wiederöffnung zurückhaltend. In den Sommerferien gastiert es mit „The Adventures of Huckleberry Finn“ zwar beim Open-Air Summer-Special im Frankfurter Dominikanerkloster, doch mit Stücken in den eigenen Räumen wartet es die nächste Saison ab. Umso furioser kommt diese dann daher, nämlich unter dem Motto „Devious, deadly and slightly offensive“, was so viel heißt wie „verschlagen, tödlich und leicht anstößig“. Zur Feier des Neustarts „legen wir sogar noch eins drauf“, sagt Nicolai: Fünf Produktionen wird es 2021/22 geben, eine mehr als in normalen Jahren.

Die Bühnenfassung von Paula Hawkins‘ Bestseller „The Girl on the Train“ eröffnet am 3. September die Spielzeit: Frisch geschieden, träumt sich die depressive Alkoholikerin Rachel auf ihren täglichen Zugfahrten in das Leben eines vermeintlich perfekten Paares. Die Deutschlandpremiere des Stücks in der Inszenierung der Regisseurin Psyche Stott war eigentlich schon für Frühjahr 2020 geplant.

English Theatre

Das English Theatre Frankfurt im Gallileo-Hochhaus, Gallusanlage 7, gilt als größtes englischsprachiges Theater auf dem europäischen Festland.

Die Saison 2021/22 beginnt am 3. September und endet am 24. Juli 2022.

Tickets sind voraussichtlich von August an online sowie unter der Telefonnummer 069/24 23 16 20 zu haben. myk

www.english-theatre.de

Weiter geht es am 20. November mit Mel Brooks‘ Comedy-Horror-Musical „Young Frankenstein“, in dem Enkel Frederick mit dem Erbe seines berühmten Großvaters kämpft und unwillentlich dessen Fußstapfen mehr als ausfüllt. Das Stück in der Regie von Derek Anderson, der für das English Theatre zuletzt und hochgelobt „Sweeny Todd“ inszeniert hat, rückt einen Mythos der Weltliteratur ins Rampenlicht und parodiert zugleich das Musical- und Horror-Genre.

Im dritten Anlauf kommt am 18. März 2022 endlich „Secret Life of Humans“ auf die Bühne. Das Stück in doppelter Regie erst von Psyche Stott und dann Derek Anderson erörtert nicht weniger als die Historie der Menschheit und die Frage, was den Homo sapiens zu dem komplizierten Wesen macht, das er ist.

„American Son“, ein Stück über eine Mutter, die sich dem Rassismus in den USA stellen muss, war eigentlich für April 2020 geplant – und wäre genau passend zur erstarkenden Black-Lives-Matter-Bewegung gekommen. Nun zeigt das English Theater die Produktion, die nicht an Relevanz verloren hat, vom 22. Mai 2022 an.

Am 15. Juni 2021 feiert das Theatre die Deutschlandpremiere der schwarzen Komödie „The Totalitarians“, die den Wahnsinn des US-Wahlkampfs karikiert. In dem 2015 erschienenen Stück von Peter Sinn Nachtrieb versucht die Redenschreiberin Francine ihre Karriere zu retten, indem sie in Nebraska die Wahlkampagne der schrägen, politisch inkorrekten Penny Easter leitet.

Im Jugendprogramm bleibt „Huck Finn“ nach Mark Twains „The Adventures of Huckleberry Finn“ als „Klassiker in unserem Repertoire“, sagt Nicolai. Außerdem präsentiert das Education Department des English Theatres „Malala. A Girl with a Book“. Das Einpersonenstück des preisgekrönten britischen Autors Nick Wood thematisiert die Geschichte der pakistanischen Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die mit 15 Jahren einen Mordanschlag der Taliban überlebte und 2014 als jüngste Friedensnobelpreisträgerin in die Geschichte einging. Das Stück für Jugendliche ab 14 Jahren soll im Oktober auf die Bühne gebracht werden, „damit sich die Schulen vorbereiten und nach den Herbstferien zu uns kommen können“.

Mit welcher Auslastung und nach welchem Belegungsmuster das English Theatre seine 300 Plätze besetzt, soll erst im Sommer entschieden werden. „Wir gehen vor August nicht in den Ticketverkauf“, sagt Intendant Daniel Nicolai. Denn erst dann lasse sich abschätzen, welche Kapazitäten und wie viel Publikum das Pandemiegeschehen zulasse.

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