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Energiekrise: Wirtschaft in Frankfurt sieht schwere Zeiten

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Von: Christoph Manus

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Der Baubranche ging es viele Jahre sehr gut. Nun blicken die Unternehmen nach einer Umfrage der Frankfurter IHK pessimistisch in die Zukunft.
Der Baubranche ging es viele Jahre sehr gut. Nun blicken die Unternehmen nach einer Umfrage der Frankfurter IHK pessimistisch in die Zukunft. © dpa

Die Stimmung in der Frankfurter Wirtschaft ist nach einer Umfrage de IHK so schlecht wie lange nicht. Die hohen Preise für Rohstoffe und Energie belasten etwa Bau und Industrie.

Die Energiekrise trifft viele Unternehmen in Frankfurt, dem Hochtaunuskreis und dem Main-Taunus-Kreis sehr schwer. Nach einer Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt unter 3000 Mitgliedsfirmen rechnen 42 Prozent der befragten Betriebe mit einer schlechteren Geschäftslage, aber nur elf Prozent mit einer Verbesserung. „Selten wurde die regionale Wirtschaft vor solch eine Belastungsprobe gestellt“, sagte IHK-Präsident Ulrich Caspar am Montag. Und wirbt für mehr Hilfe der Politik in der Energiekrise. Dabei stellt er sich etwa „Initiativen im Hinblick auf die Angebotsausweitung und Gaseinsparung“ vor.

Viele Unternehmen hatten nach dem Ende fast aller Coronaauflagen auf ein wieder deutlich anziehendes Geschäft gehofft, unter anderem auf Nachholeffekte. Doch nun haben viele Betriebe offenbar erneut schwer zu kämpfen. Die Stimmung hat sich nach Zahlen der IHK-Konjunkturumfrage in den vergangenen Monaten mit Ausnahme des Gastgewerbes in allen Branchen verschlechtert.

IHK Frankfurt: Krise dämpft Bereitschaft, Leute einzustellen und zu investieren

Zuletzt hatten die Unternehmen trotz der Pandemie ihren Personalbestand im Schnitt eher ausweiten wollen. Nun liegt die Zahl der Unternehmen, die weniger Beschäftigte brauchen, erstmals seit langem leicht über der von Firmen, die in zunehmenden Maß einstellen wollen. Auch die Investitionsbereitschaft ist im Schnitt deutlich gesunken.

Besonders hart trifft die Krise offensichtlich die Bauwirtschaft. In diesem Segment liegt der Geschäftsklimaindex – der sich aus der Einschätzung der Lage und der Aussichten bemisst –auf dem tiefsten Wert seit 17 Jahren. In der Industrie ist die Stimmung den Zahlen nach so schlecht wie zuletzt in der Finanzkrise des Jahres 2009. Ein Fünftel gibt an, die Produktion zu reduzieren, neun Prozent der Betriebe wollen die Fertigung verlagern.

In der Corona-Krise hatten gerade diese beiden Segmente noch stabilisierend gewirkt. Nun leiden sie offenbar besonders kräftig unter den nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise. Diese nennen allerdings inzwischen branchenübergreifend fast zwei Drittel der befragten Unternehmen als größtes Risiko. Groß ist auch etwa die Furcht vor einer sinkenden Inlandsnachfrage.

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