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Energie sparen: Frankfurt wird nachts dunkler

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Von: Florian Leclerc

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Frankfurt spart Energie bei der Beleuchtung und beim Strom der Bahnen. Tausende Leuchten werden nachts nicht eingeschaltet. Züge könnten künftig weniger schnell fahren.

Frankfurt - Frankfurt will Tausende Leuchten im Stadtraum abschalten, um Energie zu sparen. Wie Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Montagabend (10. Oktober) im Verkehrsausschuss ausführte, würden 2491 sogenannte Illuminationsleuchten unter anderem am Mainufer und an den Brücken bei Dunkelheit künftig nicht mehr betrieben. 218 Bodeneinbaustrahler etwa am Rathenau- und Goetheplatz würden nachts nicht eingeschaltet.

33 000 verkehrssichernde Straßenlaternen sollen auf Reduzierbetrieb laufen. Die verkehrssichernde Funktion bleibe aber erhalten. Ausgenommen seien Straßenlaternen in Teilen der Frankfurter Innenstadt und dem Bahnhofsviertel sowie die Beleuchtung von Fußgängerüberwegen.

Frankfurt will Energie sparen: Züge könnten langsamer fahren

Mit der Umsetzung habe das Frankfurter Verkehrsdezernat die Straßen-Beleuchtung Rhein-Main (SRM) bereits beauftragt, teilte Wulfila Walter, Büroleiter im Verkehrsdezernat, mit. Ein entsprechender Magistratsbeschluss sei in Arbeit. Bei der Mainufer- und der Brückenbeleuchtung müssten die Leuchten händisch bearbeitet werden, weil sie mit der Straßenbeleuchtung synchronisiert seien. Deswegen würden die Lichter nicht alle auf einen Schlag ausgehen, sagte er. Begonnen wurde demnach bereits am nördlichen Mainufer.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VFG) prüft, die U-Bahnen und Straßenbahnen langsamer fahren zu lassen. Falls die Züge zehn Prozent weniger schnell seien als die Maximalgeschwindigkeit, ließen sich 20 Prozent Energie sparen, führte VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer aus. Geprüft werde auch, die Klimatisierung in den Fahrzeugen anzupassen, die Stromsparfunktion der Fahrzeuge und mehr Energie zu nutzen, die beim Bremsen entstehe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen für eine energieeffiziente Fahrweise sensibilisiert werden, sagte er. So könne ein Zug nach der Beschleunigung mit abgeschaltetem Antrieb bis zum nächsten Halt rollen.

Eine Straßenbahn rollen zu lassen, spart Energie. Foto: Rolf Oeser
Eine Straßenbahn rollen zu lassen, spart Energie. Foto: Rolf Oeser © Rolf Oeser

Um Strom zu sparen, hat die VGF eine „Energie-AG“ eingesetzt. Konkret werden bereits die Flure, Treppenhäuser, Eingangshallen sowie Lager und Technikräume nicht mehr beheizt. Die allgemeine Raumtemperatur liegt – je nach körperlicher Tätigkeit – bei 12 bis 19 Celsius. Warmwasser in den Toiletten wurde den Angaben zufolge in der Verwaltung abgeschaltet. In den Werkstätten und im Fahrdienst ist das Wasser wegen der Hygiene und der Frostgefahr weiterhin auch warm. Logos leuchten nicht mehr an den Gebäuden der Verkehrsgesellschaft.

Stadt Frankfurt schaltet Heizungen nachts aus und nimmt Drucker vom Netz

Insgesamt verbraucht die VGF jedes Jahr so viel Energie wie eine Kleinstadt. Nach Unternehmensangaben fallen 154,3 Gigawattstunden elektrische Energie an – das entspricht in etwa 38 600 Vierpersonen-Haushalten. Etwa 75 Prozent des Strombedarfs entfallen auf den Fahrstrom. Die restlichen 25 Prozent teilen sich auf die Liegenschaften der VGF auf: Stationen und Haltestellen, Betriebswerkstätten, Verwaltungsgebäude, Abstellanlagen, Stellwerke und Signalanlagen.

Die Stadt erarbeitet in einem „Arbeitskreis Energiekrise“ weitere Vorschläge zum Energiesparen. Konkret werden in den Dezernaten bereits Drucker und Computer nach Dienstschluss vom Netz genommen, Heizungen nachts und am Wochenende heruntergedreht. Das Wasser zum Händewaschen bleibt kalt, die Raumtemperatur beträgt in der Regel maximal 19 Grad. Die von der Stadt unterhaltenen Dotationskirchen – Dom, Alte Nikolaikirche, Dominikanerkloster, Liebfrauen-, Peters-, Leonhards-, Katharinen- und Dreikönigskirche – haben die Außenbeleuchtung abgestellt oder reduziert, ebenso die städtischen Museen und Oper sowie Schauspiel.

Die Bäderbetriebe haben die Wassertemperatur um zwei Grad verringert. Auf die Traglufthalle des Riedbads wird verzichtet, das Panoramabad hat verkürzte Öffnungszeiten. Der Zoo spart an der Temperaturen dort, wo keine Tiere darunter leiden. (Florian Leclerc)

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