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Wirt Mario Ivanow hinter dem Tresen der Terminus Klause.

Gastronomie in Frankfurt

Das Ende der "Terminus Klause"

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Die "Terminus Klause" in der Moselstraße hat geschlossen. Auch wenn der Abschied erwartet wurde, schließt damit im Frankfurter Bahnhofsviertel eine Institution, bei der es günstiges Bier vom Fass gab.

Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist um eine Institution ärmer: Die „Terminus Klause“, die beliebte Szenekneipe in der Moselstraße 14, hat vor wenigen Tagen ihre Pforten für immer geschlossen. Am Mittwochvormittag sind das beleuchtete Schild über der Tür, die Theke und die dunklen Holzmöbel bereits verschwunden. Wer durch die Fensterscheiben lugt, erblickt nur noch blanke Wände und offen herunterhängende Kabel – und die Reste einer schaurig-schönen Wandbemalung mit Palmen, Vögeln und Fluss.

Bereits im April 2015 war unter den zahlreichen Stammgästen der Terminus Klause, deren Publikum stets aus einer wilden Mischung aus Rentnern, Nachtschwärmern, Künstlern und Studierenden bestand, die Angst umgegangen. Der Investor Harry Schnabel hatte mit zwei Verwandten das Haus in der Moselstraße gekauft, es gab Überlegungen, das Erdgeschoss anderweitig zu nutzen. Die Satire-Partei „Die Partei“, deren Umfeld die Terminus Klause schon damals als eine Art Wohnzimmer nutzte, sprach sich mit dem Slogan „Je suis Terminus Klause“ für den Erhalt der Gaststätte aus. Ihr Betreiber Hüseyin Taskin erzählte der Frankfurter Rundschau, dass die Kneipe sein Leben sei und er schon seit Mitte der 90er-Jahre all sein Herzblut hineinstecke. Letztlich wurde der Mietvertrag noch einmal verlängert.

Doch jetzt ist es aus. Die Schnabel Management GmbH, die Eigentümerin des Gebäudes, will auf Nachfrage nichts zum Ende des Mietvertrags und zur Zukunft der Liegenschaft sagen. Was mit den ehemaligen Räumen der Terminus Klause wird, bleibt also vorerst offen. Man dürfte sich allerdings nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, wenn man vermutet, dass dort, in Top-Lage mitten im Bahnhofsviertel, nicht wieder eine muffige Raucherkneipe mit günstigem Bier vom Fass einziehen wird.

Nico Wehnemann, Stadtverordneter für „Die Partei“, sagte der FR, die Terminus Klause sei „eine der letzten Bastionen im Bahnhofsviertel“ gewesen, „eine niedrigpreisige Eckkneipe, in der man sitzen und Veranstaltungen machen konnte“. Seine Partei habe am letzten Freitag noch einmal in die Gaststätte geladen, eine Art Abschiedsfest gefeiert und dem Wirt Mario Ivanow ein Geschenk überreicht. Er vermute, dass in dem Gebäude bald „hochpreisige Gastronomie“ unterkommen werde, sagte Wehnemann. Der Trend zu immer schickeren und teureren Läden setze sich damit fort. „Bald gibt es nichts Schmuddeliges mehr im Bahnhofsviertel.“

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