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Nach Vorfall um jüdische Passagiere: Empörung über Lufthansa geht weiter

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Von: Kathrin Rosendorff

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Die Lufthansa sieht sich Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt.
Die Lufthansa sieht sich Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt. © Renate Hoyer

Der Entschuldigungs-Tweet der Lufthansa nach dem Ausschluss jüdischer Passagiere löst im Netz eine Welle der Kritik aus. Auch Hessens Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker (CDU) äußert sich empört.

Frankfurt – Die offizielle Entschuldigung der Lufthansa hat im Netz eine Welle der Empörung ausgelöst: Das Unternehmen hatte am Dienstagabend mit einem Entschuldigungs-Tweet reagiert, nachdem in der vorigen Woche am Frankfurter Flughafen 127 jüdische Passagiere von Personal der Lufthansa an ihrer Weiterreise nach Budapest gehindert worden waren.

Vorausgegangen war, dass sich auf dem Flug von New York nach Frankfurt wohl einige der Passagiere vehement geweigert hatten, eine Maske zu tragen. Im Netz waren Videos von Passagieren aufgetaucht, die berichteten, es seien alle Reisenden, die durch Hut und Schläfenlocken als Juden zu erkennen gewesen seien, von der weiteren Beförderung ausgeschlossen worden – und nicht nur die, die sich falsch verhalten hätten. Viele der Betroffenen gehörten zu einer Gruppe orthodoxer Jüdinnen und Juden.

Lufthansa kassiert Kritik für Entschuldigung nach Vorfall am Flughafen Frankfurt

Auf Twitter schrieb die Lufthansa, sie bedauere die Umstände der Entscheidung, die betroffenen Passagiere vom Flug auszuschließen. „Wir arbeiten intensiv weiter an der Aufklärung.“ Unter dem englischsprachigen Post gab es bis Mittwochnachmittag mehr als 1000 Kommentare. User:innen kritisieren, die Lufthansa erwähne in ihrer Entschuldigung nicht, dass es sich um jüdische Passagiere gehandelt habe. Viele forderten Konsequenzen für das Personal. Ein Mann schrieb: „Sie müssen zugeben, dass es sich um einen Akt von Antisemitismus“ handelt.“

Hessens Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker (CDU) teilte nach der Lufthansa-Stellungnahme mit, offensichtlich sei allein wegen ihres Glaubens eine ganze Gruppe von Menschen für etwas verantwortlich gemacht worden, das offensichtlich nur einzelne Reisende betraf. „Dies ist diskriminierend und keine Bagatelle, und umso mehr sollte sich auch die Unternehmensspitze persönlich in der Verantwortung sehen, sich für diesen Vorfall zu entschuldigen, und klar und unmissverständlich Stellung beziehen.“

Für Gespräche stehe er der Lufthansa gerne zur Verfügung. „So etwas darf sich nicht wiederholen“, betonte Becker. (Kathrin Rosendorff)

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