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Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Elterngeld.

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Elterngeld: Anspruch, Berechnung und Höhe - Alle Infos

Wer hat Anspruch auf Elterngeld? Wie stelle ich einen Antrag? Wie berechne ich den Anspruch? Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Elterngeld.

Was ist der Unterschied zwischen Elternzeit und Elterngeld?

Bei der Elternzeit handelt es sich um eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit nach der Geburt eines Kindes. Diese kann bis zu 36 Monate dauern, wobei zwölf Monate vor dem dritten Geburtstag des Kindes genommen werden müssen. Die restlichen 24 Monate können auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag aufgeteilt werden. Die Elternzeit kann aber maximal in drei Zeitabschnitte aufgeteilt werden. Beim Elterngeld handelt es sich um einen Einkommensersatz, der für beide Elternteile insgesamt 14 Monate umfasst. Oft beantragt man erst Elternzeit, um durch die reduzierte Arbeitszeit für das Elterngeld berechtigt zu sein.

Wie kann das Elterngeld aufgeteilt werden?

Das Basiselterngeld in voller Höhe kann beispielsweise auf zwölf Monate für einen Elternteil und zwei Monate für den anderen Teil aufgeteilt werden. Es gehen aber fast alle anderen Kombinationen, etwa acht und sechs Monate. Seit 2015 besteht die Möglichkeit von Elterngeld Plus. Dabei kann die Bezugszeit verdoppelt werden, wobei man aber auch nur die Hälfte des Elterngelds pro Monat erhält. Ergänzt werden die Angebote durch den Partnerschaftsbonus. Dabei kommen vier weitere Monate Elterngeld Plus hinzu, wenn die Eltern gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Der Betrag richtet sich nach dem Einkommen vor der Geburt. War das Nettoeinkommen des Elternteils 1240 Euro oder mehr, bekommt man 65 Prozent ersetzt, bis 1220 Euro sind es 66 Prozent und zwischen 1000 und 1200 Euro 67 Prozent. Unter 1000 Euro wird die Ersatzrate stufenweise von 67 bis 100 Prozent erhöht. Maximal kann das Elterngeld 1800 Euro netto betragen, das Minimum liegt bei 300 Euro.

Was ändert sich beim zweiten Kind?

In diesem Fall kommt zu dem Elterngeld noch der Geschwisterbonus hinzu. Wenn im Haushalt also mindestens ein Kind lebt, das noch keine drei Jahre alt ist, steigt das Elterngeld um zehn Prozent. Der Bonus beträgt immer mindestens 75 Euro und maximal 180 Euro.

Habe ich immer Anspruch auf Elterngeld?

Nein. Eltern, die im Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kindes gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500 000 Euro beziehungsweise als Alleinerziehende von 250 000 Euro hatten, haben keinen Anspruch auf Elterngeld.

Was ändert sich bei Mehrlingsgeburten?

Es gibt nur für jeweils ein Kind das volle Elterngeld. Dazu erhalten Eltern aber einen Mehrlingszuschlag von 300 Euro pro zusätzlichem Kind – für Eltern von beispielsweise Drillingen also 600 Euro zusätzlich.

Gilt das Elterngeld auch für Adoptivkinder?

Ja. Auch Eltern, die ein Kind adoptieren, sind beim Bezug anspruchsberechtigt. Dies gilt ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des Kindes und solange das Kind das achte Lebensjahr nicht vollendet hat.

Was gibt es noch zu beachten?

Kein Elterngeld bekommen Menschen, die ein Pflegekind bei sich aufnehmen. Sie haben aber Anspruch auf Elternzeit. Partner in einer eheähnliche Gemeinschaft können Elterngeld beantragen, wenn einer der beiden auch Elternteil des Kindes ist. Darüber hinaus können auch gleichgeschlechtliche Lebenspartner für das leibliche oder adoptierte Kind Elterngeld beantragen, solange die Partnerschaft als eingetragene Lebenspartnerschaft urkundlich festgehalten ist.

Zusammengestellt von Steven Micksch

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