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Trotz hoher Inzidenz in Hessen: Kaum Eltern machen von besonderem Recht Gebrauch

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Nur 0,3 Prozent der Schüler in Hessen sind von den Eltern aus dem Präsenzunterricht abgemeldet. (Symbolbild)
Nur 0,3 Prozent der Schüler in Hessen sind von den Eltern aus dem Präsenzunterricht abgemeldet. (Symbolbild) © Lammerschmidt/Imago

Trotz hoher Corona-Inzidenzen gehen kaum Schülerinnen und Schüler in Hessen freiwillig in den Distanzunterricht.

Frankfurt - Die Inzidenzzahlen sind so hoch wie nie. Dennoch nehmen nur wenige Eltern ihre Kinder aus dem Präsenzunterricht – was in Hessen möglich ist. „Schüler können von der Teilnahme abgemeldet werden; soweit sie minderjährig sind, kann die Abmeldung nur durch ihre Eltern erfolgen. Abgemeldete Schüler nehmen am Distanzunterricht teil“, heißt es in der aktuellsten Information des Kultusministeriums. In Hessen ist das nicht neu: Seit Beginn der Pandemie können Schüler:innen zu Hause bleiben, wenn die Eltern dies wollen.

Doch sie wollen nicht. „Etwa drei Prozent aller Schüler sind wegen Corona in Quarantäne“, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in der Vorwoche. „Etwa weitere 0,3 Prozent der Schüler sind von den Eltern aus dem Präsenzunterricht abgemeldet.“ Die Zahlen gelten hessenweit – für Frankfurt alleine gibt es keine. Der Sprecher des Kultusministeriums ordnet die Zahlen ein: „Seit Beginn der Pandemie haben wir etwa 0,15 Prozent aller Schüler freiwillig im Distanzunterricht. Momentan ist diese Quote etwa doppelt so hoch.“ Dennoch sind etwa zehnmal mehr Schüler:innen in Quarantäne. Dabei seien sie eine der am besten getesteten Gruppen im Land.

Corona in Hessen: Zahl der Schüler in Distanzunterricht minimal

Stadtschulsprecher Hannes Kaulfersch bestätigt diese Zahlen aus eigenem Erleben: „Manche gehen freiwillig in den Distanzunterricht, aber in der Breite passiert es nicht.“ Rafaela Hartenstein vom Stadtelternbeirat hat seit Ende der Weihnachtsferien trotz steigender Inzidenzen „noch keine einzige Stimme gehört, die forderte, dass man die Schulen schließen sollte“.

Sie sieht dafür zwei Gründe: „Nach dem Lockdown zu Beginn der Pandemie sind alle froh, dass die Schulen jetzt offen bleiben. Alle wissen, wie wichtig dies für die Kinder ist. Alle wissen, dass nichts den Kontakt mit Klassenkameraden ersetzen kann.“ Zweitens seien inzwischen viele Kinder geimpft, sodass die Eltern keine Angst mehr vor einer schwerwiegenden Erkrankung haben müssten.

Im Video: Die aktuelle Corona-Lage in Hessen

Corona an Schulen in Frankfurt: „Meisten Schüler im Distanzunterricht sind positiv getestet“

Marianna Papadopoulou leitet die Hostatoschule, eine Grund- und Hauptschule in Höchst, und berichtet: „Bei uns gibt es derzeit ein Kind, das nicht am Präsenzunterricht teilnimmt, weil jemand in der Familie zur Risikogruppe gehört.“ Ansonsten seien die positiven Testergebnisse auch in der Hostatoschule häufiger geworden. Dort befinden sich zurzeit ein bis zwei Kinder pro Klasse in Quarantäne. Für die Lehrer bedeutet dies einen Mehraufwand, weil sie ja auch noch den Distanzunterricht vorbereiten müssen.

Ähnlich wie an der Hostatoschule ist die Lage an der Liebigschule, einem Gymnasium in Westhausen. „Nur ein Kind ist zurzeit im Distanzunterricht, ohne infiziert zu sein“, sagt Leiterin Sabina Brieske. Die Eltern wünschten dies, die Schule ermögliche es. „Die meisten Schüler im Distanzunterricht sind positiv getestet und in Quarantäne. Tatsächlich klagen sie oft darüber, dass sie nicht in die Schule kommen dürfen.“ Denn der Distanzunterricht ersetze nicht den persönlichen Umgang mit Gleichaltrigen.

Auch im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Sachsenhausen setzen Eltern auf Präsenzunterricht. Nur drei Schüler sind derzeit im Distanzunterricht, ohne in Quarantäne zu sein. Dies sei aber schon vor den Weihnachtsferien so gewesen, die Gründe sind eigenes gesundheitliches Risiko der Kinder oder ein Risiko von Familienangehörigen. Mehr Nachfragen gebe es nicht – bei mehr als 900 Schüler:innen.

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