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Neuneinhalb Stunden können Jungen und Mädchen mit einem Ganztagsplatz im Kindergarten verbringen.

Betreuung

Eltern in Frankfurt wollen Ganztagsplätze in der Kita

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Seit Einführung der kostenfreien Kindergärten in Frankfurt  werden mehr Kinder den ganzen Tag lang betreut. Der Oberbürgermeister sieht die Zahl noch weiter ansteigen.

Frankfurter Familien müssen seit einem Jahr nicht mehr für die Betreuung im Kindergarten zahlen. Seitdem ist die Zahl der Ganztagsplätze gestiegen. Waren vor einem Jahr noch 79 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen ganztägig betreut, sind es nun 84 Prozent. „Familien, die aus finanziellen Gründen vielleicht vorher keinen Ganztagsplatz hatten“, zog Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Mittwoch Bilanz, „sehen jetzt die Möglichkeit, umzusteigen.“ Und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sieht die Zahl bei der guten Arbeitssituation in Frankfurt „auf 90 Prozent hinauslaufen“.

In ganz Hessen sind seit einem Jahr sechs Stunden Kitabetreuung am Tag gebührenfrei. In Frankfurt kostet Familien der gesamte Betreuungstag von neuneinhalb Stunden keinen Cent. „Wenn bei den Mieten und Preisen in Frankfurt beide Elternteile arbeiten müssen, dann ist es eine Frage der Notwendigkeit, eine ganztägige Betreuung zu haben“; sagte Feldmann. Und dass die Stadt die Eltern dabei finanziell unterstütze, sei nur konsequent. Für die Stadt bedeutet das aber keine zusätzlichen Kosten. Die Stadt hatte die Betreuung zuvor schon stark bezuschusst, sodass das Geld vom Land für eine ganztägige Betreuung ausreicht.

Platzausbau
Plätze für Kinder unter drei Jahren: 2011 gab es 10 527 Plätze, 2019 waren es 12 438. Ein Plus von 1911 Plätzen.

Kindergartenplätze: Zwischen 2011 und 2019 stieg die Zahl der Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren um 1890. Von 23 867 Plätze auf 25 757.

Grundschulkinderbetreuung: Plätze für Grundschulkinder in Horten und Erweiterten Schulischen Betreuungen gab es 2011 13 780. Bis 2019 stieg die Zahl der Plätze um 2325 auf 16 105.

Stichtag ist jeweils der 1. November 2011 und der 1. August 2019. sabu

Bis zu 1776 Euro sparen Familien im Jahr bei einem Ganztagsplatz. Um frühkindliche Bildung und Chancengleichheit zu fördern, sollten nach Ansicht Webers „alle Kinder spätestens ab drei Jahren in eine Betreuung gehen“. Und für Feldmann ist „kulturelle, politische und frühkindliche Bildung eins“, sagte er. „Demokratielernen ist, das Gefühl zu haben, überhaupt lernen zu können.“ Rund 96 Prozent der Frankfurter Kinder besuchen einen Kindergarten. Weiterhin werden Plätze für alle Altersgruppen geschaffen, 4548 sind in der Amtszeit von Weber seit Ende 2016 entstanden. „Wir werden in dem Tempo weitermachen“, sagte Weber. „Wir brauchen die Plätze, die Stadt wächst.“ Und bei der Betreuung von Grundschulkindern „gibt es einiges nachzuholen – auch im Hinblick auf den anvisierten Rechtsanspruch 2025“. Aber nicht nur in Plätze, auch in Qualität werde investiert, sagte Weber. Kürzlich wurde der Personalschlüssel in Krippen und die Entgelte für Tageseltern angehoben. Weber strebt eine Beitragsbefreiung für die Betreuung von Kindern jeden Alters an. „Als nächstes im U3-Bereich, danach in den Horten“, sagte sie. Darüber könne man aber erst bei der Diskussion über den Haushalt 2022 sprechen. „Es nutzt auch nichts, Hortplätze kostenfrei zu machen und dann keine zu haben.“

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