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Zurück in Frankfurt: Erdferkel Irmo.

Züchtung

Frankfurter Zoo: Erdferkel Irmo ist wieder zurück

Zuzug im Nachttierhaus des Zoos: Erdferkel Irmo ist mit Jetlag zurück in seiner alten Heimat.

Er schnüffelt und streckt sich. Dann beginnt Erdferkel Irmo im Sand des Geheges im Grzimekhaus, dem Nachttierhaus, des Zoos zu buddeln. Seit Dienstag ist der gebürtige Frankfurter wieder in seiner Heimat.

Irmo ist im August 2002 geboren und kam mit etwa anderthalb Jahren in einen Zoo in Antwerpen. Dort blieb er fünf Jahre, bevor es für ihn weiter, in einen Zoo im niederländischen Arnheim ging. Er ist bereits elffacher Vater. „Wir erwarten, dass wir auch weitere Babys haben werden“, sagt Zoodirektor Miguel Casares. Das 16-jährige Männchen ist Sohn von Star-Erdferkel Elvis, der 2018 im Alter von 24 Jahren gestorben ist. „Irmo isst gut. Das zeigt uns, dass er sich wohlfühlt“, sagt Casares. Erdferkel fressen in der Natur Ameisen und Termiten. Im Zoo bekommen sie ein Ersatzfutter aus getrockneten Insekten, Hackfleisch, Obst und gemahlenem Hundefutter.

Ihre Heimat ist die afrikanische Savanne und die Buschlandschaft. Über die Population ist wenig bekannt. „Weil sie sehr scheu und nachtaktiv sind, ist es schwer, sie zu beobachten“, sagt Casares. Erdferkel zählen als Einzige zu den Röhrenzähnern. „Man kann nur Hypothesen aufstellen, warum das so ist, aber sicher sind wir nicht“, sagt Zoologe Johannes Köhler. Der Name Röhrenzähner lässt sich leicht erklären: Sie haben eine röhrenförmig verlängerte Schnauze. Sie orientieren sich durch den Gehör-und Geruchssinn.

Nachdem sich Irmo eingewöhnt hat, wird er nach ein paar Untersuchungen in zwei Wochen mit den Weibchen Ermine und seiner Halbschwester Memphis zusammenleben. „Erdferkel sind gesellige Tiere“, sagt Tierpflegerin Jessica Wöller.

Irmo muss sich noch an den Tagesrhythmus im Nachttierhaus gewöhnen. „Er ist noch ‚gejetlagt’“, berichtet Wöller. In Arnheim hat er in Tag-Haltung gelebt. In Frankfurt wird hingegen der Tag künstlich zur Nacht gemacht, so dass die Tiere zu den Öffnungszeiten des Zoos wach sind. „Ich glaube, dass ein Nachthaus besser für die Tiere ist. So müssen sie nicht zum Füttern geweckt werden“, sagt Köhler.

Anfangs hieß Irmo noch Irma. „Bei Erdferkeln stellt man das Geschlecht häufig erst später fest“, erzählt Zoochef Casares. Im Alter von zwei Jahren werden die Tiere geschlechtsreif. Wenn Halbschwester Hermine dieses Alter erreicht, wird sie in einen anderen Zoo umziehen.

Die Savannen-Bewohner leben in nur wenigen deutschen Zoos. „Nicht so viele Zoos haben Nachthäuser, außerdem sind die Erdferkel nicht so leicht zu bekommen“, so Johannes Köhler. In Frankfurt werden sie seit 1925 gezüchtet. Zudem trifft man sie in Zoos in Berlin, Köln und Saarbrücken.

von Lilian Schmitt

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