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Miguel Casares, stellvertretender Zoodirektor, und Falin, Ameisenbär.
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Miguel Casares, stellvertretender Zoodirektor, und Falin, Ameisenbär.

Zoo Frankfurt

Elefanten? Nicht ausgeschlossen

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Miguel Casares ist seit einem Jahr Zoo-Vize, und er weiß, wie man Tierparks plant. Doch die Anlage der Zukunft braucht noch Zeit.

Es ist ein kleiner Zoo. Dennoch gibt es Giraffen, die mit ihren zeitlupenhaften Bewegungen umherstreifen, Nashörner, die vor Staubwolken hergaloppieren, Zebras und Löwen, die scheinbar auf derselben Fläche leben – sogar Elefanten tummeln sich ein paar Schritte weiter.

Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass es sich nicht um den Frankfurter Zoo handelt, der hier skizziert ist, denn Elefanten hat man bei uns lang nicht mehr gesehen. Nein, der kleine Zoo mit den großen Tieren, flächenmäßig noch kleiner als der hiesige, ist der Bioparc Valencia. Und der Mann, der ihn geplant und geleitet hat, heißt Miguel Casares. Seit knapp einem Jahr arbeitet er jetzt als stellvertretender Direktor und wissenschaftlicher Leiter im Frankfurter Zoo. Er sagt, was den künftigen Tierbestand angeht: „Alles offen, das wollen wir in den nächsten Jahren entwickeln.“ Elefanten? „Ausgeschlossen ist das nicht. In Valencia gibt es ja auch welche.“

Casares, 51, ist gebürtiger Spanier, hat schon in der Schule Deutsch gelernt und in Zürich seinen Doktor in Tiermedizin gemacht. Frankfurt war 1990/91 seine erste Praktikumsstation; 25 Jahre später kehrte er zurück als ausgewiesener Fachmann für die Entwicklung eines zeitgemäßen Zoos. Manche der Kuratoren und Tierpfleger kennt er noch von damals. Was die Strukturen angeht, musste er sich umgewöhnen: In Spanien sind Zoos Privatunternehmen, in Frankfurt funktioniert er oftmals wie eine Behörde. „Es gibt hier viel mehr Besprechungen“, sagt Casares, „es ist komplizierter, aber es hat auch große Vorteile, wenn man Dinge ausführlich bespricht.“

Viel Kommunikationsbedarf gibt es zurzeit bei den Großkatzen, für die der Veterinär unter anderem zuständig ist. Die Löwen sollen seit langem eine neue Anlage erhalten, für die Kosten, mehr als eine Million Euro, wird gesammelt – und jüngst der Schock: Der König der Frankfurter Tiere, Kashi, starb. Schwierig ist auch die Lage bei den Sumatra-Tigern. Grande Dame Malea, 16, und ihr neuer Gefährte Vanni, 7, verstehen sich nicht so gut, dass man sie zusammen in ein Gehege lassen könnte. Vanni habe schon einmal eine Tigerin getötet, sagt Casares, und er sagt auch: „Die beiden sollen sowieso nicht zusammen züchten, aus genetischen Gründen.“ Das klang im März noch anders, als Vanni vorgestellt wurde und alle in seinen Bann zog. Da herrschte Hoffnung auf neue kleine Frankfurter Tiger, die stets für einen Ansturm auf den Zoo sorgten. Nun aber heißt es auch hier: Abwarten und hoffen, dass im europäischen Zuchtbuch eine passende Partnerin für Vanni auftaucht. Die schöne Malea wird den Zoo wohl in absehbarer Zeit verlassen.

Die Aufgabe des Tierparks? „In Frankfurt ist die Bildung wichtig“, hebt Casares eine der vier klassischen Zoo-Säulen hervor, zu denen auch Forschung, Naturschutz und Erholung zählen. „Die Leute sollen hier erfahren, dass Tiere bedroht sind und was sie selbst tun können – durchaus auf emotionale Art.“ Dazu müssten die Haltungsbedingungen exzellent sein, um das Publikum nicht abzuschrecken; die Besucher seien heute kritischer als in den Zeiten, da sie in Scharen kamen, um gemütskranke Tiere in Badezimmer-ähnlich gekachelten Kleingehegen zu bestaunen.

Der Umbau sei nur schrittweise zu machen, sagt Casares, unter Schonung des alten Baumbestands („eine Hauptsorge der Frankfurter“) und mit Augenmerk auf die Vergesellschaftung verschiedener Tierarten – so lasse sich bei begrenztem Platz viel erreichen. Eine erste Gemeinschaft entsteht gerade zwischen Brüllaffen und Ameisenbären. Was man so hört, kommen sie gut miteinander aus.

Der Zoovize hat ein Lieblingstier: die Katze – als Gefährtin daheim. Am Arbeitsplatz will er sich nicht für ein Tier entscheiden. Und ob ihn die Nachfolge von Direktor Manfred Niekisch reizt, der zum Jahresende in den Ruhestand geht, lässt er ebenfalls offen. „Da gibt es viele hervorragende Bewerber.“ Als sicher darf gelten: Miguel Casares hat mit dem Zoo noch viel vor.

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