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Claudia Götzendörfer ist zweite Vorsitzende der Elterninitiative Sachsenhausen.

Frankfurt - Sachsenhausen

Elefant mit langem Atem

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Mit 40 Jahren ist die Elterninitiative E.I.S. die älteste in Frankfurt. Inzwischen sind die Sachsenhäuser Mütter, die anfangs dabei waren, selbst Großmütter, und aus der Initiative ist ein Verein geworden, der Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Nachmittagsbetreuung anbietet.

Mit 40 Jahren ist die Elterninitiative E.I.S. die älteste in Frankfurt. Inzwischen sind die Sachsenhäuser Mütter, die anfangs dabei waren, selbst Großmütter, und aus der Initiative ist ein Verein geworden, der Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Nachmittagsbetreuung anbietet.

Woher der Elefant als Wappentier eigentlich kam, das weiß niemand mehr genau bei der Elterninitiative Sachsenhausen (E.I.S.). Vielleicht haben ihn damals die Initiatoren ausgewählt, weil das Tier mit dem langen Rüssel und der dicken, belastbaren Haut ein Symbol für Hartnäckigkeit ist, glauben heute einige Mitglieder. Denn dieser Charakterzug ist einer der größten Eigenschaften der E.I.S.: Sie ist die älteste Bürgerinitiative Frankfurts. In diesem Jahr wird sie 40 Jahre alt.

Seit 1973 organisieren die Sachsenhäuser Eltern die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder gemeinsam und ohne institutionellen Rahmen. Zunächst trafen sie sich lose auf dem Spielplatz an der Brückenstraße. Schnell entstanden Bekanntschaften und die Idee, sich bei der Kinderbetreuung abzuwechseln. Danach wurden Räume und finanzielle Unterstützung gesucht sowie Anträge bei Ämtern gestellt, um das Projekt auf sichere Füße zu stellen.

Seit 1991 bietet der gemeinnützige Verein Eltern mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und eine Betreuung am Nachmittag an. Treffpunkt ist das Spielehaus auf dem Platz in der Brückenstraße, das montags bis freitags von 12.30 bis 18 Uhr geöffnet hat. Das Gebäude, in dem es einen Raum für Bastelstunden und Spielenachmittage gibt sowie eine Küchenzeile, Toiletten und einen Abstellraum für Spielgeräte, war damals eine öffentliche Toilettenanlage, die abgerissen werden sollte.

Heute sind die Mütter, die anfangs mit dabei waren, selbst Großmütter. Sie sehen die Gründung der Initiative auch als ein Produkt der Bewegung der 68er-Jahre. „Wir wollten unabhängig bleiben und selbst etwas auf die Beine stellen“, sagt Mitbegründerin Brigitte Platteel. Durch die Eigeninitiative der Frauen, die viel im Quartier rund um die Brückenstraße aktiv waren, entstand ein Kontakt zu den Vätern der in den 70er und 80er Jahren in Sachsenhausen lebenden türkischen und kurdischen Kinder. Und schon bald tummelte sich eine internationale Kindergruppe rund um das Spielhaus.

150 Kinder auf der Warteliste

Heute sei das anders, sagt Brigitte Platteel. In Sachsenhausen lebe jetzt eher eine gehobene Mittelschicht. „Wenn man sich die Kinder auf dem Spielplatz anschaut, dann sieht man, wie sich der Stadtteil verändert hat.“ Aber auch die schätzen die offene, von einem städtischen Träger unabhängige Art der Kinderbetreuung. „Wir haben in der Nachmittagsbetreuung Platz für 15 Kinder“, sagt die zweite Vorsitzende Claudia Götzendörfer. „Auf der Warteliste stehen aber über 150 Kinder.“

Wie vielen Vereinen in Frankfurt fehlt es auch der E.I.S. an Geld. Die Stadt unterstützt die Initiative mit 10 000 Euro im Jahr, das reicht aber nur für die beiden 30-Stunden-Pädagogen-Stellen. Für Reparaturen oder Neuanschaffungen bleibt nur wenig übrig. Daher versucht die E.I.S. über Spendenaktionen, wie Sponsorenläufe oder Spielfeste, Geld zu sammeln. „Manchmal müssen wir mehr ausgeben, als wir haben und dann wird es wirklich eng“, sagt Rolf Schuhmann, Vorsitzender des Vereins, der einst selbst als Kind auf dem Brückenspielplatz unterwegs war.

Die Elterninitiative Sachsenhausen , Brückenstraße 62, ist erreichbar unter Telefon 6 03 17 50. Infos zum Programm im Internet: www.eis-spielhaus.de

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