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Eklat an der Rennbahn

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Von: Georg Leppert

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Golfplatz im Innern der Rennbahn in Frankfurt.
Golfplatz im Innern der Rennbahn in Frankfurt. © Christoph Boeckheler

Städtische Mitarbeiter wollen in Frankfurt-Niederrad illegales Golfen im Innern der Rennbahn verhindern. Am Ende muss die Polizei kommen.

Im Streit um die Zukunft der Pferderennbahn haben Stadt und Rennklub am Montag eine neue Eskalationsstufe erreicht. Diesmal trafen sich die Kontrahenten nicht vor Gericht, sondern vor Ort. Und die Polizei mischte auch mit.

Am Vormittag habe das Liegenschaftsamt erfahren, dass auf dem Golfplatz im Innern der Rennbahn wieder gespielt werde, berichtete Stadtrat Jan Schneider (CDU) im Gespräch mit der FR. Das habe die städtischen Mitarbeiter sehr verwundert: Der Golfklub hatte das Gelände, wie mit der Stadt vertraglich vereinbart, bereits Anfang des Jahres geräumt. Vor Ort habe sich dann herausgestellt, dass Hobbysportler durch das leerstehende und teilweise verfallene Klubhaus aufs Gelände gelangt waren.

Das wollte die Stadt für die Zukunft verhindern, sagte Schneider: „Das müssen wir ja, schließlich haben wir eine Verkehrssicherungspflicht – wir müssen zusehen, dass sich niemand verletzen kann.“ Also machten sich Mitarbeiter des Liegenschaftsamts auf den Weg nach Niederrad, um einen Bauzaun aufzustellen, der den Zugang durchs Klubhaus unmöglich machen soll.

Das wiederum habe mehrere Mitglieder des Rennklubs auf den Plan gerufen, sagte Schneider. Der Verein weigert sich, die Rennbahn zu verlassen, seit Monaten läuft ein erbittert geführter Rechtsstreit. Die Freunde des Turfs sehen sich als rechtmäßige Besitzer des Geländes. Folglich warfen sie den städtischen Bediensteten Hausfriedensbruch vor, wie Schneider erklärte.

Richterin abgelehnt

Einige Momente lang sei es hochhergegangen, dann hätten die städtischen Mitarbeiter die Polizei gerufen. Mit der Konsequenz, dass der Bauzaun aufgestellt werden durfte. „Wir haben uns die ganze Zeit nur auf dem früheren Gelände des Golfklubs befunden“, sagte Schneider. Eine Stellungnahme des Rennklubs war am Montag nicht zu erhalten. Das Präsidium war für die FR nicht erreichbar.

Unterdessen gibt es auch vor Gericht eine neue Entwicklung. Die Stadt lehnt die Richterin am Oberlandesgericht (OLG) ab, die vom 5. Mai an über die Zukunft der Rennbahn verhandeln soll. Im Wesentlichen stützen sich die städtischen Juristen auf einen Hinweis, den die Richterin dem Rennklub gegeben habe. Dabei sei es darum gegangen, dass der Rennklub einen bestimmten Punkt noch nicht hinreichend klargemacht habe. „Von diesem Hinweis haben wir offiziell noch nicht einmal erfahren“, beklagte Schneider.

Da bis zum ersten Termin vor dem OLG ohnehin noch mehrere Wochen Zeit sei, müsse der Antrag der Stadt keine weitere Verzögerung zur Folge haben, sagte der Stadtrat.

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