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Das Ensemble Modern (Bild) und das HR-Sinfonieorchester richten die Biennale aus. Wonge Bergmann
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Das Ensemble Modern (Bild) und das HR-Sinfonieorchester richten die Biennale aus. Wonge Bergmann

Frankfurt/Rhein-Main

Einzeln im Einklang

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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„Cresc...“, die Biennale für aktuelle Musik, widmet sich 2022 unter dem Motto „Me We“ in Frankfurt, Offenbach und Darmstadt dem Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft

Es war im Jahr 1975, da riefen Studierende in Harvard dem Schwergewichtsboxer und Menschenrechtsaktivisten Muhammad Ali zu: „Give us a poem!“. Und er gab es ihnen, zwei Worte, vier Buchstaben. „Me We“ gilt als kürzestes Gedicht der Welt – mit dennoch tiefer Botschaft. Deswegen hat „Cresc...“, die Biennale für aktuelle Musik Frankfurt-Rhein-Main, es zum Motto der nächsten Festivalausgabe erkoren, die vom 25. Februar bis 5. März 2022 in mehreren Spielstätten in Frankfurt, Offenbach und Darmstadt präsentiert wird.

„Das Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft, das Muhammad Ali bereits vor 46 Jahren messerscharf auf den Punkt gebracht hat, erleben wir in diesen Tagen in kaum erwarteter Heftigkeit“, sagt Christian Fausch, künstlerischer Manager und Geschäftsführer des Ensemble Modern, das mit dem HR-Sinfonieorchester das Festival ausrichtet. Von dem Gedicht ausgehend, greife die Biennale „einzelne Konstellationen des ‚Me We‘ exemplarisch auf, macht sie künstlerisch fruchtbar und verdeutlicht damit, welch kreatives Potenzial im konstruktiven Miteinander liegen könnte“.

Ähnlich versteht es Beate Schüler, Kuratorin von „Cresc...“, die zur Programmvorstellung im Haus der Deutschen Ensemble-Akademie online zugeschaltet ist. „Diese vier Buchstaben sind ein faszinierendes Gebilde, sowohl, was das Individuum, als auch, was das Kollektiv betrifft.“ Und so zeige auch die Biennale „die produktive Kraft, die durch Einzelleistung, aber auch durch gemeinsame Anstrengung“ verwirklicht werde.

Dabei schlägt die sechste Folge des Festivals nicht nur eine Brücke vom Einzelnen zum Ganzen, sondern auch von Island nach Westafrika, von zeitgenössischer Musik zu Sci-Fi-Funk, von der Klang- zur Kochkunst. „In dieser Zeit der Vereinzelung möchten wir mit der kommenden Ausgabe von ‚Cresc...‘ zahlreiche Begegnungen zwischen Stilen, Erfahrungen, Emotionen, Orten und Kulturen schaffen“, kündigt HR-Musikchef und Orchestermanager Michael Traub an.

Das Festival

„Cresc… Biennale für aktuelle Musik“ beginnt am Freitag, 25. Februar 2022, mit dem Eröffnungskonzert „Earth Dances“ von Harrison Birtwistle. Bis Samstag, 5. März 2022, widmet sich das Festival verschiedenen Spielarten aktueller Musik.

Ausrichter von „Cresc...“ sind das Ensemble Modern und das HR-Sinfonieorchester. Sie präsentieren die sechste Festivalausgabe an mehreren Orten in Frankfurt (Hessischer Rundfunk, Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt LAB), Offenbach (Capitol) und Darmstadt (Centralstation).

Karten gibt es beim HR-Ticketcenter unter www.hr-ticketcenter.de oder Tel. 069/155-2000 sowie bei den bekannten Vorverkaufsstellen. myk

Programm und Informationen:
www.cresc-biennale.de

Zur Festivaleröffnung in den Räumen des Hessischen Rundfunks ist das Publikum eingeladen, die „Earth Dances“ von Harrison Birtwistle zu erleben, und zwar sowohl im Konzert als auch als begehbare Klang- und Lichtinstallation. Dazu kredenzt die Frankfurter Kunst-Koch-Institution Freitagsküche eine „Kulinarische Verwerfung“, einen Parcours, auf dem die Gäste eine essbare Komposition gestalten können. Zum Abschluss der Biennale im Frankfurt LAB befassen sich fünf Uraufführungen junger Komponist:innen aus fünf Ländern mit der Forderung „Give us a poem!“, bevor das Publikum ein „Do-it-Yourself-Agit-Pop-up-Restaurant“ erstellt.

Mit dabei an den fünf Festivaltagen an zwei Wochenenden sind zum Beispiel der österreichische Multiperkussionist Martin Grubinger, der Schweizer Komponist und Schlagzeuger Jessie Cox, das westafrikanisch-deutsche Liberation Orchestra of Inverted Traditions, der englische Dirigent Stefan Asbury, die italienische Komponistin Lucia Ronchetti oder das Frankfurter IEMA-Ensemble.

Die australische Komponistin Catherine Milliken erläutert via Videoschalte ihr Werk „Night Shift“, das am 27. Februar im Capitol Offenbach aufgeführt wird; neben dem Ensemble Modern, einem Chor und den Solist:innen spielen die Gäste eine zentrale Rolle. Diese Gruppen sollen „den Raum zum Klingen bringen“. Wie genau das Publikum partizipiere, verrät Milliken nicht, nur: „Es bekommt eine Wundertüte mit vielen schönen Dingen, um gemeinsam zu musizieren“.

In der Centralstation in Darmstadt geben die schwedisch-äthiopische Experimentalvokalistin Sofia Jernberg und der isländische Posaunist und Arrangeur Samúel Jón Samúelsson am 4. März ein Doppelkonzert mit der HR-Bigband, Titel: „Black to the Future“. Unter anderem gehe es um Musik von Sun Ra und George Clinton, das werde „sehr funky, sehr spacy“, verheißt Olaf Stötzler, der Manager der HR-Bigband.

Bleibt zu hoffen, dass die vierte Corona-Welle bis Februar abgeebbt ist und nicht gleich die fünfte folgt. 2020 ging „Cresc...“ gerade noch vor dem ersten Lockdown über die Bühne. Nun, zwei Jahre später, appelliert Christian Fausch vom Ensemble Modern, dafür zu kämpfen, „dass die Kultur bestehen bleibt und nicht als Verhandlungsmasse zwischen die Stühle fällt“.

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