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Immer mehr Menschen: In Frankfurt leben mehr als 750.000 Personen. 

Einwohnerzahl 

Frankfurt wächst ungebremst

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Schon bald könnte die Stadt 750.000 Einwohner haben. Ein Ende des Baubooms ist nicht in Sicht.

Trotz stark gestiegener Mieten und Kaufpreise für Wohnungen zieht Frankfurt immer mehr Menschen an. Schon bald könnte die Stadt zum ersten Mal in ihrer Geschichte 750.000 Einwohner zählen. Davon geht auch der für Statistik zuständige Dezernent Jan Schneider (CDU) aus.

Schon zum Jahresende waren nach dessen Mitteilung genau 747.848 Menschen mit Erstwohnsitz in Frankfurt gemeldet. Das sind 6755 mehr als im Jahr zuvor. Im Schnitt wächst die Stadt also jeden Tag um mehr als 18 Einwohner. Seit 2002 legt die Zahl der Einwohner nun schon Jahr für Jahr zu. 123.000 Menschen mehr als noch zur Jahrtausendwende leben in der Stadt.

Die Stadt hätte die Marke von einer Dreiviertelmillion Einwohnern sogar schon früher übersprungen, wenn sie nicht 6500 Menschen von Amts wegen abmeldet hätte. Bei ihnen handelt es sich den Frankfurter Statistikern nach vor allem um EU-Wahlberechtigte, die ins Ausland zogen, sich aber nicht abmeldeten. Diese fallen regelmäßig bei Wahlen auf, wenn Benachrichtigungen nicht zugestellt werden können.

Besonders kräftig wächst die Stadt derzeit in Niederrad, im Gallus, in Kalbach-Riedberg und in Bockenheim, in Stadtteilen also, in denen neuer Wohnraum auf früheren Ackerflächen entstanden ist wie beim Riedberg oder auf früher gewerblich genutzten Flächen wie etwa in der ehemaligen Bürostadt Niederrad. Genau 4722 Wohnungen kamen im vergangenen Jahr stadtweit neu auf den Markt, so viele wie seit 40 Jahren nicht.

Und der Zuzug wird nach allen Prognosen nicht abreißen. Auch der Bauboom reißt nicht ab. Allein im vergangenen Jahr genehmigte die Bauaufsicht die Errichtung von 5872 neuen Wohnungen. In den nächsten fünf Jahren könnten nach Zahlen des Frankfurter Planungsdezernats mehr als 20 000 neue Wohnungen entstanden sein. Zudem laufen die Untersuchungen für einen großen Stadtteil im Norden, der allein bis zu 25 000 Menschen Platz bieten könnte.

Dass es so viele Menschen trotz hoher Lebenshaltungskosten nach Frankfurt zieht, hängt in erster Linie mit der prosperierenden Wirtschaft in der Stadt zusammen. Die Zahl der Arbeitsplätze wächst von Jahr zu Jahr. Sie stieg nach dem Jahresbericht der Wirtschaftsförderung Frankfurt zuletzt sogar noch stärker als die Zahl der Einwohner. 564.826 Menschen gingen zum 30. Juni 2017 einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der Stadt nach. Das sind 56.505 mehr als im Jahr 2011. Ein Ende dieses Trends ist bisher nicht absehbar. Makler etwa beobachten, dass Unternehmen derzeit Büroarbeitsplätze gerne vom Umland in die Stadt verlegen.

Schon im Jahr 2027 könnte Frankfurt nach einer Bevölkerungsvorausberechnung der städtischen Statistiker sogar die Marke von 800.000 Einwohnern überspringen. Die Prognose stammt zwar aus dem Jahr 2015. Bisher wächst die Stadt, wie Wolfhard Dobroschke vom Bürgeramt, Statistik und Wahlen auf Anfrage der Frankfurter Rundschau sagt, fast wie vorhergesagt. Steigt die Einwohnerzahl wie prognostiziert weiter an, könnten Ende 2020 etwa 764.000 Menschen in Frankfurt mit Hauptwohnsitz leben.

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