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Meisterfeier in der Frankfurter Innenstadt 1959.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt zwischen Jubel und Tränen

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Im Eintracht-Museum in Frankfurt gibt es eine Ausstellung über die gewonnene Meisterschaft 1959 und das Rostock-Drama 1992 zu sehen.

Manche Vergleiche klingen abwegig, bisweilen sogar etwas geschmacklos, aber sie sagen eine Menge aus über die Menschen, die sie anstellen. Ernst Hamel etwa, Eintracht-Fan seit vielen, vielen Jahren, war am 16. Mai 1992 in Rostock. Seine Mannschaft musste bei Hansa, dem designierten Absteiger, nur gewinnen und wäre Deutscher Meister gewesen. Doch es kam anders. Die Eintracht verlor 1:2 in Rostock, und Hamel sagt heute: „Was für die Amerikaner vielleicht Vietnam war, das war diese Stadt an der Ostseeküste für uns.“ Nur dass es 1992 in Rostock eben nicht Hunderttausende Tote gegeben hat – aber was Hamel sagen will, wird schon klar.

Das Drama um die verpasste Meisterschaft ist Thema einer Ausstellung im Eintracht-Museum, die am heutigen Mittwoch eröffnet. Ziemlich viele Menschen sagen in Videoclips ziemlich traurige Sätze, dazu finden sich in einer Vitrine Devotionalien, die echten Eintracht-Fans die Tränen in die Auge treiben – etwa ein T-Shirt, auf dem das Mannschaftsfoto der Eintracht zu sehen ist. Darunter steht: „Deutscher Meister 1992“. Ja, so etwas trug man damals, im Mai 1992, und manche Menschen trugen das T-Shirt trotzig auch nach dem Spiel in Rostock noch.

Die Ausstellung eröffnet am heutigen Mittwoch um 19.30 Uhr im Eintracht-Museum im Waldstadion. Der Eintritt an dem Abend ist frei. Zu sehen ist die Schau bis zum 28. Februar zu den Öffnungszeiten des Museum: dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr. Eintritt fünf Euro, ermäßigt drei. geo

Das alles klingt nach einer ziemlich traurigen Schau im Museum in der Haupttribüne des Stadion. Tatsächlich aber ist sie das nur zur Hälfte. Zur anderen Hälfte besteht sie aus Jubel, Trubel, Heiterkeit. Denn die Ausstellung mit dem Titel „59, 92 – die gewonnene und die verlorene Meisterschaft“ beleuchtet neben dem Rostock-Drama eben auch den Sieg der Eintracht im Finale um die Deutsche Meisterschaft am 28. Juni 1959 in Berlin. 5:3 nach Verlängerung gewannen die Adlerträger seinerzeit, und das ausgerechnet gegen Kickers Offenbach. „Die Rivalität unter den Spielern war gar nicht so. Aber zwischen den Fans – die war ziemlich stark ausgeprägt“, sagt der mittlerweile 88-jährige Eintracht-Torwart Egon Loy in einem Videoclip. Loy ist einer von sieben noch lebenden Spielern der Meistermannschaft. Mit fünf von ihnen haben die Macher der Ausstellung Interviews geführt.

In der Schau zu sehen ist auch ein Foto von zehn Eintracht-Fans in Berlin. Die Herren tragen Anzüge, die zwei Damen Kostüme. Die Gruppe hat eine schwarz-weiße Fahne dabei und ein Transparent mit der Aufschrift „Ganz Berlin ist eine Wolke, denn die Kickers werr’n gemolke“.

Konzipiert haben die Ausstellung Christian Hahn und Holger Köhn vom Büro für Erinnerungskultur. Klar wäre auch eine Ausstellung zu 60 Jahren Deutsche Meisterschaft möglich gewesen, sagt Museumsleiter Matthias Thoma. Spannender sei aber, die beiden Ereignisse – Triumph und Niederlage – parallel zu betrachten. Wer sich die Ausstellung ansieht (wofür man etwas Zeit mitbringen sollte, da alleine die Videoclips mit Spielszenen und Interviews eine Stunde dauern) erkennt: Thoma hat recht.

Mit dem Büro für Erinnerungskultur arbeitet der Museumsdirektor zum zweiten Mal zusammen. Im März 2018 konzipierten Hahn und Köhn die Ausstellung „Weil wir dich alle lieben“. Darin erzählten Eintracht-Fans von ihren Sehnsüchten. Ganz viele Anhänger sagten, sie wünschten sich so sehr, dass ihr Verein mal wieder einen Titel gewönne. Zwei Monate später siegte die Eintracht im Finale um den DFB-Pokal. „Vielleicht ist das ein gutes Omen“, sagt Thoma.

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