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Solche Bilder wünscht man sich auch in Zukunft im Stadion.

Eintracht

Waldstadion soll digitaler Leuchtturm der Region werden

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Das Stadion der Eintracht soll zum digitalen Vorreiter und die Fans zu Testkäufern werden.

Frankfurt - Die Ankündigung der Eintracht in der vergangenen Woche war vollmundig. Das Waldstadion soll in den kommenden Jahren zu einem „digitalen Leuchtturm der Region“ weiterentwickelt werden. Jetzt hat der Verein nachgelegt und das Digitalzentrum „Arena of IoT“ gegründet. Hinter dem kryptischen Namen verbirgt sich eine Art Forschungslabor für die digitale Vernetzung von Endgeräten. „IoT“ steht dabei für „Internet of Things“, die Vernetzung intelligenter Gegenstände. Das Stadion sei „der ideale Ort, um zukunftsfähige digitale Industriemodelle für die Anwendung im Markt zu erproben“. Das heißt, Eintracht-Fans und Konzertbesucher werden zum Vorreiter der digitalen Entwicklung oder, anders formuliert, zu Testkäufern. Künftig sollen die Fans mit ihren Smartphones den Trikotkauf vor dem Spiel oder das Bier in der Pause vorbestellen können. Der Verein will das Digitalzentrum mit Personal und Räumlichkeiten ausstatten.

Eintracht Frankfurt: Einigung mit der Stadt

Der Vorstoß der Eintracht ist durch den Deal mit der Stadt möglich geworden. Beide Seiten hatten sich vergangene Woche darauf geeinigt, dass Eintracht Frankfurt ab Mitte 2020 die umfassenden Nutzungsrechte für ihre Spielstätte bekommt. Die Abmachung geht zurück auf ein Versprechen der Eintracht, 30 Millionen Euro in die digitale Ertüchtigung der Arena zu stecken, wenn die Stadt die gleiche Summe in den Ausbau des Stadions investiere. Bislang ist die Einigung nur in einer Absichtserklärung festgehalten. Die Ausgestaltung des Vertragswerks steht noch aus, weswegen sich beide Seiten noch sehr bedeckt halten.

Doch einige Details sind schon nach außen gedrungen. So will die Stadt zunächst nicht 30 Millionen, sondern nur etwa ein Drittel der Summe in den Ausbau investieren und nur mit der Nordwesttribüne anfangen. Den Ausbau verantworten wird der Architekt Hans Joachim Paap, der das Stadion auch entworfen hat. Darauf ist die Stadt wegen des Urheberrechts auch festgelegt.

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Eintracht Frankfurt: Medientürme könnten fertiggestellt werden

Paap hegt die Hoffnung, mit dem Ausbau des Stadions könnten die Medientürme links und rechts der Haupttribüne fertiggestellt werden. Beide Stelen stehen noch im Rohbau, weil sich der Namenssponsor und die Stadionbesitzgesellschaft seinerzeit nicht einig wurden, wer die Fertigstellung der Säulen, die farblich angestrahlt werden könnten, zahlen soll. Vielleicht schwebt Eintracht-Vorstand Axel Hellmann etwas in dieser Art vor, wenn er ankündigt, das Stadion werde „in seiner Gestaltung zukünftig viel stärker als Heimspielstätte der Eintracht wahrgenommen“.

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Womöglich will die Eintracht die Stelen auch dem zukünftigen Namenssponsor schmackhaft machen. Denn der Verein darf die Verhandlungen darüber künftig selbst führen und vor allem die Einnahmen daraus, jährlich wohl einen mittleren einstelligen Millionenbetrag, einstreichen. Dafür zahlt die Eintracht pro Jahr acht Millionen Euro Miete an die Stadt und trägt 90 Prozent der Betriebskosten.

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