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Für immer Waldstadion. Die Arena wird an einer Hauswand in der Heidestraße verewigt.

Kunst

Eintracht Frankfurt überall: Künstlerkollektiv verschönert die Stadt

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Das Künstlerkollektiv „Frankfurter Farbe“ verewigt Eintracht Frankfurt auf Häuserwänden in der ganzen Stadt. Jetzt erhält das Waldstadion ein Ehrenmotiv.

Rund 100 Quadratmeter, 500 Farbdosen, 500 Arbeitsstunden. Das sind die nackten Zahlen zu dem großflächigen Bild, das in den vergangenen Tagen an einer Hauswand in der Heidestraße entstanden ist. Doch dahinter verbirgt sich mehr. Denn das Künstlerkollektiv „Frankfurter Farbe“ möchte mit dem Werk auch Botschaften verbreiten.

Eintracht Frankfurt: Ein Haus zu Ehren des Waldstadions

Es geht – klar – um Eintracht Frankfurt. Schon mehrere Wände hat die Gruppe, deren Mitglieder weitestgehend aus der Fanszene des Vereins stammen, verschönert; zwei davon widmeten sich Titeln der Vereinsgeschichte: Die erste im Westend dem Pokalsieg 2018, die zweite in Bockenheim dem Uefa-Cup-Sieg von 1980. Nun geht es um zweierlei: um das Stadion als Ort an sich und konkret um das Frankfurter Waldstadion.

So ein Stadion sei nämlich mehr als einfach nur ein architektonisch mehr oder weniger anspruchsvolles Bauwerk, in dem Fußballspiele stattfinden, sagt einer der Künstler. Auch wenn das heutzutage, da sich viele Stadien ähnelten, immer seltener deutlich werde. „In Zeiten eines völlig vom Stadiongang abgekoppelten Fußballalltags geht unsere Darstellung entschieden über eine platte nostalgische Rückwendung hinaus und bezieht Position für einen Fußball, der das Stadion als zentralen gesellschaftlichen Ort versteht, an dem Region, Stadt und Verein zusammenkommen.“

Haus in Frankfurt weckt Erinnerungen an gloriose Zeit der Eintracht

Daher hat sich das Kollektiv nach den beiden Titel-Bildern diesmal auch bewusst gegen „konkrete ikonische Szenen“ – an der Wand in Bockenheim beispielsweise hält Charly Körbel den Uefa-Pokal in die Luft – entschieden. Hauptakteur sind das Stadion und die Atmosphäre selbst: Abendhimmel, Flutlicht, Perspektive aus dem G-Block, dem früheren Fanblock. Kurz: „Volles Programm Fußball der 80er- und 90er Jahre. Im Zentrum stehen keine Titel oder Spielerlegenden, sondern das Stadionerlebnis an sich.“

Wände gesucht

Das Künstlerkollektiv ist immer auf der Suche nach weiteren Wänden im Stadtgebiet.

Wer Hinweise geben kann, kann sich per E-Mail an die Adresse gude@frankfurterfarbe.de wenden oder auf Instagram danach suchen. bö

Ein Erlebnis, das vorerst in der bekannten Form nicht möglich ist. Auch wenn am heutigen Samstag 6500 Zuschauer das Spiel gegen Bielefeld sehen dürfen, wird die Fankurve geschlossen bleiben. Stehplätze sind im Konzept zur Rückkehr der Zuschauer erst einmal nicht vorgesehen. Etwaige Aktionen der Fans gegen die erneute Umbenennung des Stadions kann es also nicht geben. Zumindest nicht im Stadion.

Das Waldstadion als Denkmal für Eintracht Frankfurt

Doch das Bild in Bornheim will auch in diesem Zusammenhang ein Zeichen setzen. Die Künstler wollen damit „ein weiteres Eintracht-Denkmal schaffen, nun für das Frankfurter Waldstadion als Spielstätte der Eintracht, als größtem Frankfurter Begegnungsort und als Heimat der Fankultur“.

Die Vereinigung Nordwestkurve schließt sich diesem Ziel an. „Fußballfans verbinden mit ihrem Stadion eine Menge: Aufstiege, Abstiege, Erfolge, legendäre Spiele, gemeinsame Erlebnisse. Der Name gehört zweifelsohne dazu. Für uns wird nie ein anderer Name als Waldstadion infrage kommen, egal, was oben auf dem Dach steht“, sagt einer der Sprecher.

Und mit dem Wandbild ist es denn auch nicht getan. Am gestrigen Freitag tauchten im gesamten Stadtgebiet Poster auf, an Stromkästen, Wänden oder Bushaltestellen. Die Aufschrift macht klar, welchen Namen die Fans auch in Zukunft benutzen werden: „Frankfurter Waldstadion – die Legende“.

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