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Eintracht-Fans beim Spiel gegen Schachtjor Donezk.

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Logisches Urteil gegen das Land Hessen

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Ein Eintracht-Ultra bekommt 7000 Euro Schmerzensgeld. Die Entscheidung wirft ein neues Licht auf die Diskussion nach dem Polizeieinsatz.

Wer das Video des Polizeieinsatzes vor dem Eintracht-Spiel im Februar 2019 gesehen hat, fragt sich, wie die Anwälte des Landes Hessen ernsthaft behaupten konnten, die Polizisten hätten rechtmäßig gehandelt. Ein Fan, der weitgehend regungslos abseits des Geschehens steht, wird einfach über die Bande gestoßen. Und das soll erlaubt sein? Dass das Gericht dem Anhänger nun Schmerzensgeld zubilligt, ist eine Selbstverständlichkeit.

Polizeipräsident Gerhard Bereswill schützt seine Beamten

Im Nachhinein verwundern aber auch so manche Aussagen, die durchaus wichtige Menschen in der Debatte nach dem Einsatz getroffen haben. Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill etwa verteidigte im Rechtsausschuss der Stadtverordneten den Einsatz. Damit wollte er sich offenbar vor seine Beamten stellen. Das zeichnet ihn in seiner täglichen Arbeit aus. Wenn aber der Polizeipräsident, dessen Beamten in dem noch offenen Strafverfahren gegen ihre eigenen Kollegen ermitteln müssen, eine juristische Einschätzung trifft, die sich später als falsch herausstellt, ist das sehr problematisch.

Kritik an Beuth war kein Skandal

Und auch Eva Goldbach, Innenpolitikerin der Grünen im Landtag, sollte sich das Urteil noch einmal in Ruhe durchlesen. Wie sagte sie nach dem Polizeieinsatz? Die Kritik an Beuth und den Beamten sei ein „vermeintlicher Skandal“, der wie ein Soufflé in sich zusammengefallen sei. Starke Worte, die nach dem Urteil wie eine billige Anbiederung an den Koalitionspartner wirken.

Von Georg Leppert

Zum Artikel: Eintracht-Ultra bekommt 7.000 Euro Schmerzensgeld vom Land Hessen

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