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Charly Körbel lässt sich im Kaisersaal feiern. Zu Recht.

Karl-Heinz Körbel

Eintracht Frankfurt: Ein Titel für den „treuen Charly“

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Eintracht-Legende Karl-Heinz Körbel bekommt die Ehrenplakette der Stadt verliehen. Erfahren hat er davon eher beiläufig.

Es gibt ja Menschen, die sagen. mit Karl-Heinz Körbel wäre Eintracht Frankfurt an jenem Tag im Mai 1992 Deutscher Fußballmeister geworden. Dazu muss man wissen: Körbel, den alle Welt damals schon den „treuen Charly“ nannte, hatte ein Jahr zuvor seine Karriere beendet. Nach sagenhaften 19 Jahren in der Bundesliga, allesamt im Dienste der Eintracht. Am 16. Mai 1992 bot sich seinem Verein die große Chance, Deutscher Meister zu werden, ein Sieg beim Absteiger in Rostock hätte gereicht. Doch die Eintracht plagten Personalsorgen. Körbel, der vier Wochen lang mit der Mannschaft trainiert hatte, bot an, in Rostock zu spielen. Aber Trainer Dragoslav Stepanovic stellte den damals schon 37-Jährigen nicht auf. Und so ging die Geschichte ihren Gang. Die Eintracht verlor 1:2 und wurde nicht Meister. Nicht 1992 und auch nicht danach.

Eintracht Frankfurt: Rettung Dank Körbels Tor

Die Anekdote von Körbel und der verlorenen Meisterschaft wurde am Montagmittag im Kaisersaal des Römers häufig erzählt. Ebenso wie die Geschichte von Körbels Tor in Hannover am letzten Bundesligaspieltag 1989. Der Vorstopper (so hieß das damals noch), köpfte das 1:1, sodass sich die arg abstiegsbedrohte Eintracht ins Relegationsspiel rettete und in der Liga blieb.

Alleine dafür hätte Körbel, mittlerweile 65 Jahre alt, die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt verdient. Tatsächlich zeichnete Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) den Fußballer, mit 602 Partien Rekordspieler der Bundesliga, aber vor allem für sein großes soziales Engagement aus. Körbel leitet seit 20 Jahren eine Fußballschule, die mittlerweile 50 000 Kinder durchlaufen haben. Er führt zudem die Traditionsmannschaft der Eintracht an, die regelmäßig für den guten Zweck antritt. Und er ist Schirmherr der Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau, die Vereine und in Not geratene Sportlerinnen und Sportler unterstützt.

„Junge Sportler schauen zu Ihnen auf und sind nicht nur von Ihren sportlichen Erfolgen, sondern auch von Ihrem feinen moralischen Gespür beeindruckt“, sagte Feldmann, der als Jugendlicher im berüchtigten G-Block stand und dort die Anfänge von Körbels Karriere erlebte.

Und der Geehrte? Der hat noch nie besonders großen Wind um seine Person gemacht und nannte die Auszeichnung „eine coole Sache, das muss ich sagen“. Erfahren habe er davon beim Bundesligaspiel von Eintracht Frankfurt gegen Leipzig, die Frau von Jürgen Grabowski erzählte es ihm. Woher sie von der Ehrung wusste, ließ sich nicht ganz klären, aber fest steht: Der „treue Charly“ hat sich gefreut. Über die Plakette, und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr über den Sieg gegen Leipzig.

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