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Stadionverbot für einen Anhänger der Hessen.

Eintracht Frankfurt

Antisemitismus im Stadion: Eintracht Frankfurt nimmt Stellung und handelt

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Nach den antisemitischen Rufen im Stadion reagiert der Verein.

Update, Dienstag 03.09.19, 14.15 Uhr: Eintracht Frankfurt hat vereinzelte antisemitische Äußerungen von Zuschauern beim Europa-League-Heimspiel gegen Racing Straßburg eingeräumt, einen Generalverdacht aber energisch zurückgewiesen. Die Beschimpfungen gegen den israelischen Schiedsrichter Orel Grinfeld hätten noch während des Playoff-Rückspiels am vergangenen Donnerstag zu Konsequenzen geführt.

„Vier Personen wurden nach entsprechenden Hinweisen von Zuschauern des Stadions verwiesen. Weitergehende rechtliche Maßnahmen strafrechtlicher und zivilrechtlicher Art - von der Kündigung der Dauerkarte, der Verhängung von Hausverboten bis hin zur Einleitung eines Vereinsausschluss-Verfahrens - sind bereits veranlasst“,teilte der Verein am Dienstag mit. Drei weiteren Hinweisen werde nachgegangen.

Die Haltung von Eintracht Frankfurt zu Antisemitismus ist hinlänglich bekannt. Generationen von Fans und Zehntausende von Mitgliedern haben sich mit Leidenschaft der Bewahrung dieser Haltung verschrieben“, schrieb der Verein auf seiner Homepage.

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Weiter hieß es: „Die Behauptung, zu Beginn der zweiten Halbzeit sei von größeren Gruppen, Tausenden oder gar der ganzen Kurve, wie es in einem Zitat hieß, das Wort Judensau in Richtung des Schiedsrichters skandiert worden, ist falsch.“ (mit dpa)

Ursprünglicher Artikel

Nach den antisemitischen Rufen beim Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Racing Straßburg hat die Eintracht ein Stadionverbot gegen einen Zuschauer verhängt. Das berichtete das Internetportal der Hessenschau am Montag. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

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Mehrere Eintracht-Fans hatten in den vergangenen Tagen in der „Jüdischen Allgemeinen“ sowie in den sozialen Netzwerken berichtet, dass der israelische Schiedsrichter Orel Grinfeld beim Europacupspiel am Donnerstagabend als „Judensau“ beschimpft worden sei. Die antisemitischen Beleidigungen gingen von einzelnen Fans aus. Sprechchöre dieser Art gab es nicht. Offenbar ist es der Eintracht nun gelungen, einen der Täter zu identifizieren.

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Die Grünen im Römer warnten am Montag davor, die Vorwürfe zu verharmlosen. „Die Eintracht ist eine ausgewiesene ‚Multikultitruppe‘, in der jegliche Form von Diskriminierung keinen Platz hat“, sagte die sportpolitische Sprecherin der Fraktion, Natascha Kauder. 

Sie forderte, die Täter auch strafrechtlich zu verfolgen: Antisemitismus und Rechtsradikalismus haben auf und neben dem Spielfeld nichts verloren und sind mit dem Wertekodex unserer Eintracht und der großen Fangemeinschaft absolut unvereinbar.“

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