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Bengalos und Pfefferspray: Mehrere Verletzte rund um Eintracht-Spiel gegen Antwerpen

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Von: Oliver Teutsch, Georg Leppert

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Die Fans von Antwerpen zünden große Mengen Pyrotechnik.
Die Fans von Antwerpen zünden große Mengen Pyrotechnik. © dpa

Rund um die Fußballpartie Eintracht Frankfurt gegen Antwerpen kommt es zu teils heftigen Ausschreitungen. Dabei wurden mehrere Personen verletzt

Frankfurt – Rund um das Europa-League-Spiel Eintracht Frankfurt gegen Royal Antwerp ist es zu zahlreichen Ausschreitungen gekommen. Dabei hatte es die Polizei nach eigenen Angaben vom Freitag sowohl mit belgischen Fans als auch mit Anhängern von Eintracht Frankfurt zu tun. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen, es gab Festnahmen.

Die belgischen Fans trafen sich vor dem Spiel in großer Zahl an der Hauptwache in der Frankfurter Innenstadt. Der Treffpunkt war vorab in sozialen Medien kommuniziert worden.

Eintracht Frankfurt gegen Antwerpen: Erste Auseinandersetzungen vor dem Spiel

Die Polizei berichtete von etwa 500 belgischen Fans, die sich an der Hauptwache eingefunden und zunächst friedlich gefeiert hätten. In Verlauf des Nachmittags wuchs die Zahl auf etwa 800 an und die Fans begannen laut Polizei damit, aus der großen Menge Pyrotechnik zu zünden. Als die Polizei dies unterband, wurde eine Eisenstange nach den Polizeikräften geworfen, die einen Beamten am Helm traf.

Gegen 17.30 Uhr machte sich die Gruppe zu Fuß auf den Weg zum Hauptbahnhof, um von dort aus zum Stadion zu fahren. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof zündeten die belgischen Fans laut Polizei immer wieder und teils große Mengen pyrotechnischer Gegenstände. Im Kreuzungsbereich Münchner Straße/Moselstraße warf die Gruppe Pflastersteine auf eine Gaststätte. Offenbar hatten die Belgier das Lokal als Treffpunkt von Eintracht-Fans identifiziert und wollten sich für den Überfall auf eine ihrer Fankneipen beim Hinspiel in Antwerpen rächen.

Eintracht Frankfurt: Vermummte Fans von Polizei eingekesselt

Im Stadion angekommen, versuchten die belgischen Fans die Zugangskontrolle zu überrennen; dies wurde von der Polizei verhindert. Bei einem zweiten Versuch konnten laut Polizei etwa 100 Personen die Zugangskontrolle des Ordnungsdienstes in den Oberrang überrennen.

In der Halbzeitpause versuchten nach Polizeiangaben etwa 80 schwarz gekleidete und vermummte Anhänger von Eintracht Frankfurt ins Stadion zu gelangen. Die Polizei drängte sie zurück. Dabei wurden die Polizeikräfte von etwa 250 vom Parkplatz Gleisdreieck nachströmenden Frankfurter Fans heftig attackiert. Laut Polizei warfen sie mit Steinen und diversen anderen Gegenständen. Die Polizei umstellte daraufhin etwa 150 Personen mit Einsatzkräften und Polizeihunden, um die Identität jeder einzelnen Person festzustellen. Das habe die komplette zweite Halbzeit über gedauert, sagte ein Polizeisprecher der Frankfurter Rundschau. Auch nach Spielende waren die Fans noch eingekesselt. Zuschauer:innen, die zu ihrem Auto am Gleisdreieck gelangen wollten, mussten an Polizeipferden und bellenden Hunden vorbei.

Am Gleisdreieck treffen sich während Eintracht-Heimspielen die Frankfurter Ultras, die wegen der Corona-Beschränkungen derzeit nicht ins Stadion gehen. Aus ihrem Umfeld stammen auch die 80 Personen, die von der Polizei zurückgedrängt wurden. Nach FR-Informationen wollten sie aber nicht ins Stadion, sondern waren auf der Suche nach belgischen Fans, die angeblich rund ums Stadion unterwegs waren. Zu einem Zusammentreffen kam es aber nicht.

Frankfurt gegen Antwerpen: Mehrere Verletzte

Unterdessen begannen in der zweiten Halbzeit die Gästefans in ihrem Block mit dem Zünden erheblicher Mengen Pyrotechnik. Ein Bengalo wurde dabei in die Zuschauermenge geworfen, wodurch ein Besucher schwer verletzt wurde. Der Täter, ein belgischer Fan ohne festen Wohnsitz, sollte noch im Laufe des Freitags einem Haftrichter vorgeführt werden, teilte die Polizei mit. In der Nordwestkurve wurden von Frankfurter Fans drei Böller in den Innenraum geworfen, wodurch einige Ordner verletzt worden sein sollen.

Die nach Polizeiangaben etwa 1.700 Gästefans wurden nach dem Spiel zunächst hinter dem Block gesammelt. Da noch auf einige Nachzügler gewartet werden musste, rüttelten die Gästefans an der Sektorenabtrennung und traten Teile des Stadionzauns heraus. Nur durch den Einsatz von Pfefferspray sei es zu verhindern gewesen, dass sie die Sektorenabtrennung durchbrachen. In aufgeheizter und aggressiver Stimmung griffen die Fans auf dem Weg zum Bahnhof Stadion immer wieder die eingesetzten Polizeikräfte an.

Nachdem die Gästefans in der Innenstadt angekommen waren, löste sich die Menge in mehrere kleinere Gruppen auf. Zu weiteren Ausschreitungen kam es dann laut Polizei nicht mehr. (Georg Leppert/Oliver Teutsch)

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