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Eintracht-Fans laufen bei OB Peter Feldmann mit ihrem Wunsch nach einem Stadion-Ausbau offene Türen ein.

Peter Feldmann

Prominenter Unterstützer der Eintracht-Fans

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Der Frankfurter OB Peter Feldmann macht in der Stadionfrage Druck.

Früher, als das Waldstadion noch Waldstadion hieß und die Eintracht darin den Europapokal gewann, passten ziemlich genau 60.000 Zuschauer in die riesige Betonschüssel im Stadtwald. Das sollte man wissen, denn wenn die Fans der Adlerträger fordern, durch einen Stadionausbau das Fassungsvermögen von mittlerweile nur noch 51.500 Plätze auf wieder 60.000 zu erhöhen, dann hat das auch eine emotionale Komponente, wie Dominik Ziegra am Mittwoch im Römer erklärte. Alleine durch die Zahl werde eine Verbindung hergestellt zum alten Waldstadion, in dem die Fans legendäre Spiele erlebt hätten, wie Ziegra, Sprecher des Nordwestkurverats und der Initiative Stadionausbau, vor Journalisten sagte.

Am Mittwoch wurde Ziegra gemeinsam mit Mitstreitern von Fan- und Förderabteilung, Ultras und Fanclubverband von Peter Feldmann empfangen. In einem etwa halbstündigen Gespräch brachten die Anhänger im Büro des Oberbürgermeisters ihre Argumente vor: Das Stadion muss ausgebaut werden, damit mehr Menschen die Chance auf eine Karte haben, vor allem muss es mehr Stehplätze geben (insgesamt 20.000), denn derzeit sind alle Stehplätze durch Dauerkarteninhaber blockiert, so dass eine Überalterung der Fanszene droht. Ziegra berichtete von Jugendlichen, die sich für bis zu 50 Euro Sitzplatzkarten kauften (solche gibt es auf dem freien Markt manchmal noch) – um sich damit dann in die Nordwestkurve, also die Fankurve der Eintracht, zu schleichen.

Eintracht-Fans rennen bei Feldmann offene Türen ein

Schnell wurde klar, dass die Fans beim OB offene Türen einrennen. In seinem Statement vor der Presse erhöhte er den Druck auf Sportdezernent Markus Frank (CDU). Er sei Frank gegenüber zwar nicht weisungsbefugt, „aber ich werde die Verhandlungen begleiten“. Die Ausbaupläne der Eintracht und die Forderungen der Fans begrüße er ausdrücklich, sagte Feldmann, der vor zwei Jahren das Motto „Eintracht für alle“ ausgegeben hatte: „Das passt zu unserer Stadt.“

Vor allem müsse endlich Bewegung in die Verhandlungen kommen, damit ein Ausbau bis zur Fußball-EM 2024 realisierbar sei, so Feldmann: „Alle Seiten müssen jetzt die Karten auf den Tisch legen, wir brauchen bis zum Sommer eine Einigung.“ Diesen Zeitplan hatte auch Frank zuletzt genannt. Ob er die Worte des OB als Unterstützung empfindet, erscheint dennoch fraglich.

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