Zum Ausgleich für die erforderliche Konzentration in ihrem Beruf, ist Sport bestens geeignet.
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Zum Ausgleich für die erforderliche Konzentration in ihrem Beruf, ist Sport bestens geeignet.

Wettkampf

Weltmeisterlicher Glanz

  • vonGloria Geyer
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Goldschmiedin Birgit Zimmer hat in der Duathlon-Sprintdistanz in ihrer Altersklasse Gold gemacht.

Angefangen hat es für Birgit Zimmer mit einem Paar geliehener Turnschuhe. Sie könne auch bei dem Lauf langsam machen, sagte ihr Vater vor dem Start. Doch die Lust am Wettkampf war geweckt. Die damals Zehnjährige erreichte das Ziel des 800 Meter Rennens als erstes Mädchen.

Der besondere Reiz des Wettkampfs treibt die 55-Jährige auch heute noch an. In diesem Jahr stand sie erstmals als Weltmeisterin ganz oben auf dem Podest: Die Frankfurterin gewann in ihrer Altersklasse (55-59) die Duathlon-Sprintdistanz.

Die Euphorie ist drei Wochen später immer noch groß. Zimmer lacht über das ganze Gesicht, wenn sie von dem Rennen in Odense (Dänemark) erzählt. Den Siegesmoment hat sie voll und ganz ausgekostet: „Ich bin mit einem Deutschland-Fähnchen ins Ziel eingelaufen. Bei der Siegerehrung war ich dann voller Endorphine und bin als Letzte gegangen.“

Dass sie unbedingt auf das Podest will, hat sie vor dem Wettkampf gespürt: „Ich konnte es kaum noch aushalten und wollte nur, dass es losgeht.“ Man merkt schnell: Birgit Zimmer ist eine Powerfrau, die weiß, wie sie ihre Leistung in wichtigen Momenten abrufen kann. „Sobald die Startnummer festgemacht ist, macht es klick“, erzählt sie. Dass sie einmal so weit komme, hätte Zimmer allerdings nicht zu träumen gewagt.

Zwar war Sport ihr immer wichtig, doch lange stand die Leistung für sie nicht im Vordergrund. Es war ihr Ehemann Jochen, der sie vor sieben Jahren davon überzeugt hat, dem Verein Eintracht Frankfurt beizutreten, in dem sie mittlerweile ambitioniert trainiert.

Der Sport ist für sie auch ein Ausgleich. Bei ihrer Tätigkeit als Goldschmiedin für Unikatschmuck ist viel Ruhe und Konzentration gefragt. „Ich versuche, die Bewegung in den Berufsalltag zu integrieren. Heute bin ich bereits 31 Kilometer mit dem Fahrrad zu Kunden gefahren“, berichtet Zimmer stolz.

Einen festen Trainingsplan verfolgt sie aber nicht. „Das würde mich nur stressen und ich würde die Freude daran verlieren.“ Vielmehr hört sie auf ihren Körper und merkt, wann sie eine Pause einlegen sollte.

Denn Sport bedeutet für sie nicht nur körperliche Betätigung, sondern auch Entspannung und psychisches Wohlbefinden. „Beim Freischwimmen im See spüre ich die volle Freiheit. Sport und Natur gehören für mich einfach zusammen“, betont Zimmer. Deshalb zieht es sie zum Sport oft ins Umland. Auch im Urlaub spielen Sporteinheiten für die Bewegungsfanatikerin und ihren Mann eine große Rolle.

So ging es zum Beispiel mit dem Fahrrad mit nur sieben Kilogramm Gepäck über die Alpen oder durch Rumänien bis zur Donaumündung. Hauptsache die Reise ist nicht einfältig und langweilig.

Bald soll auch Albanien auf dem Rad erkundet werden. Wann sie wieder eine Reise ohne Sporteinheiten geplant hat? Bei dieser Frage kommt Zimmer erst einmal ins Grübeln.

Bei dem Weekender Festival an der Ostsee im November dieses Jahres will sie sich ganz auf die Musik konzentrieren. Wobei sie verschmitzt mit kindlicher Freude zugibt: „Ich habe schon überlegt, meinen Neoprenanzug mitzunehmen, um in der Ostsee schwimmen zu gehen.“

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