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Wie die Polizei berichtete, galt der Angriff sieben Fußball-Fans aus Zypern.

Eintracht Frankfurt

Vermummte jagen Limassol-Fans durchs Bahnhofsviertel

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An der Kaiserstraße greifen mutmaßliche Frankfurter Hooligans unvermittelt eine Gruppe von Limassol-Fans an und schlagen auf sie ein.

Vor dem Europacupspiel der Eintracht gegen Apollon Limassol aus Zypern am Donnerstag hat es Ausschreitungen gegeben. Wie schon vor dem Spiel gegen Lazio Rom Anfang des Monats gerieten im Bahnhofsviertel offenbar Frankfurter Hooligans mit Fans des Gegners aneinander.

Wie die Polizei berichtete, galt der Angriff sieben Fußball-Fans aus Zypern, die am späten Dienstagabend in einer Kneipe an der Kaiserstraße saßen und ein Fußballspiel schauten. Obwohl sie nicht als Anhänger von Limassol zu erkennen waren, wurden sie von drei Männern angesprochen und gefragt, ob sie Fans von Apollon seien. „Als sie dies bejahten, fingen die Männer unvermittelt an, auf sie einzuschlagen und zu -treten“, teilte die Polizei mit.

Die Gruppe flüchtete deshalb aus dem Lokal. Vor der Tür standen aber 20 vermummte Männer, wie die Polizei weiter berichtete. Diese griffen sie an und jagten sie kurze Zeit durchs Bahnhofsviertel. Als Streifenwagen anrückten, flüchteten sie. Sechs angegriffenen Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren erlitten leichte Verletzungen.

„Angespanntes Verhältnis“ zu Limassol

Die Polizei sprach am Mittwoch davon, zwischen den Problemfans aus Frankfurt und Limassol bestünde ein „angespanntes Verhältnis“. Tatsache ist, dass die Frankfurter Ultra- und Hooliganszene bereits vor fünf Jahren Auseinandersetzungen mit Fans aus Zypern führte. Beim Spiel der Eintracht auf der Mittelmeer-Insel war ein Ultra mit einem Messer verletzt worden, die Revanche folgte beim Rückspiel in Frankfurt: Vor einem Hotel an der Messe, in dem viele Anhänger aus Zypern abgestiegen waren, gab es Randale. Allerdings: Damals handelte es sich um Fans von Apoel Nikosia und eben nicht um Anhänger aus Limassol.

Ob die Randale vom Dienstagabend mit den damaligen Vorfällen zu tun hat, erscheint daher zumindest zweifelhaft.

Dennoch will die Polizei die Fangruppen am heutigen Abend so strikt wie nur möglich trennen. Sollte auch nur die Gefahr eines Aufeinandertreffens bestehen, würden die Beamten „konsequent einschreiten“, hieß es am Mittwoch. Das Stadion ist heute ausverkauft, aus Zypern werden etwa 2000 Fans erwartet.

Die Randale vom Dienstagabend lässt für die kommenden Europacup-Spiele der Eintracht nichts Gutes erahnen. Schon rund um die Partie gegen Rom gab es Ausschreitungen. Zunächst im Bahnhofsviertel, wo sich regelmäßig Fans des Gegners versammeln, später dann am Stadion. Ließen sich diese Randale noch mit der politisch Feindschaft zwischen den als teils rechtsradikal bekannten Lazio-Fans und den eher links und antirassistisch eingestellten Eintracht-Ultras erklären, spricht nun einiges dafür, dass Frankfurter Problemfans vor jedem Europacup den Kontakt zu Anhängern des Gegners suchen. Gerade rund um das Spiel gegen Olympique Marseille am 29. November drohen deshalb wieder Ausschreitungen.

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