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Wie hier beim Summer Game im Waldstadion würden die Löwen gerne öfter vor großer Kulisse spielen.

Multifunktionshalle am Kaiserleikreisel

"Frankfurt hat Sehnsucht nach großen Projekten"

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Der Medienmanager Steffen Ball wirbt bei der Stadt Frankfurt für den Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserleikreisel. Im Interview erläutert er, warum.

Der Medienmanager Steffen Ball hat zahlreiche Sportler und Kulturschaffende aus dem Rhein-Main-Gebiet um sich versammelt. In einem offenen Brief an die Frankfurter Stadtregierung fordern sie den Bau der Multifunktionshalle am Kaiserleikreisel. Im FR-Interview erklärt Ball, Geschäftsführer der PR-Agentur Ballcom, seine Beweggründe.

Herr Ball, die Diskussion über eine Multifunktionshalle beschäftigt die Frankfurter Stadtregierung schon seit vielen Jahren. Was macht Sie zuversichtlich, dass die Arena diesmal tatsächlich gebaut wird?
Ich stelle fest, dass diesmal Experten am Werk sind. Es war der richtige Weg, eine Ausschreibung zu machen. Nun gibt es zwei international tätige Bieter, die ihr Geschäft verstehen und so eine Halle bauen und betreiben können.

Aber die ersten Angebote waren offenbar nicht sehr vielversprechend. Ein Bieter will anscheinend sogar einen Freizeitpark rund um die Halle bauen, was skurril klingt.
Im Moment gibt es eben Verhandlungen. Da macht man Angebote und wartet auf die Reaktion. Und da kann auch mal ein Vorschlag dabei sein, der skurril klingt. Ich glaube jedenfalls nicht, dass die Gespräche vor dem Scheitern stehen, wie auch schon berichtet wurde.

Wie lange haben Sie gebraucht, um die Prominenten zusammenzukriegen, die in einem offenen Brief an die Frankfurter Stadtregierung den Bau der Halle fordern?
Das hat nicht einmal eine Woche gedauert. Man sieht daran, dass Frankfurt eine Sehnsucht nach großen Projekten hat. Die Stadt kümmert sich derzeit sehr um den Bau von Wohnungen. Klar, das muss sie auch tun. Aber etwas richtig Großes, etwas richtig Spektakuläres, darauf hoffen in Frankfurt doch viele. Wir haben keine Olympiabewerbung, auch eine mögliche Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt wird nicht vorangetrieben. Es ist Zeit für ein Highlight in Frankfurt.

Aber wie sieht der Alltag in so einer Halle aus? Es geht ja nicht nur um einzelne Konzerte großer Künstler. Die Eishockey-Löwen und die Basketballer der Skyliners müssten eine 12 000 Zuschauer fassende Halle regelmäßig füllen. Schaffen die das?
Natürlich. Warum denn nicht? Schauen Sie sich doch die Zuschauerzahlen in Berlin und Mannheim an, wo es moderne Hallen gibt.

Die Skyliners spielen derzeit im Durchschnitt vor rund 4500 Zuschauern.
Ja, in der Ballsporthalle. Man darf auch nicht vergessen: Eine moderne Spielstätte lockt auch Zuschauer an. Das sieht man an der Commerzbank-Arena. Im alten Waldstadion hat Eintracht Frankfurt auch teils richtig guten Fußball gespielt, aber zu Europapokalspielen kamen oft nicht einmal 20 000 Menschen. Heute ist das Stadion fast immer voll. Klar, das hat viel mit der Mannschaft und den Verantwortlichen zu tun. Aber eben auch mit der Attraktivität der Arena.

Welche Zukunft hätte die Festhalle nach dem Bau der Multifunktionshalle?
Die Diskussion über die Festhalle wird oft etwas verklärt geführt. Tatsache ist, dass die Halle wegen der großen Messen oft gar nicht zur Verfügung steht. Natürlich hat die Festhalle eine Zukunft. Aber sie sollte noch stärker in das Messeprogramm eingebunden werden. Es gibt viele große internationale Kongresse, die dort stattfinden könnten.

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