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Eintracht-Coach Adi Hütter.

Eintracht - Chelsea

Eintracht Frankfurt: Höchstpreise für wertlose Tickets

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Der Schwarzmarkt auf Ebay kennt keine Grenzen mehr, und manche Fans fallen auf billige Tricks herein.

Im Sommer 2010 trat Eintracht Frankfurt schon einmal im heimischen Stadion gegen den FC Chelsea an. Die Partie war ein Freundschaftsspiel, ein Test für die bevorstehende Saison. Dennoch boten beide Teams ihre besten Spieler auf. Entsprechend groß war das Interesse beim Publikum: 45 000 Zuschauer kamen in die Arena im Stadtwald. Viele von ihnen haben ihre Eintrittskarte bis heute aufgehoben.

Diese kleine Anekdote aus der Zeit, als der Trainer der Eintracht noch Michael Skibbe hieß und Fußballer wie Ioannis Amanatidis, Theofanis Gekas und Caio gegen den Ball traten, ist heute wieder wichtig, denn im Internetauktionshaus Ebay wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Tickets für besagtes Spiel verkauft. Zum Teil boten Menschen dafür mehrere Hundert Euro – weil sie nämlich davon ausgingen, dass sie eine Karte für das Europacupspiel am heutigen Donnerstag erwerben können. Dabei stand in der Artikelbeschreibung zumeist schon, dass hier ein Sammlerticket aus dem Jahr 2010 versteigert wird. Doch wer in die Suchmaske bei Ebay die Begriffe „Eintracht“, „Chelsea“ und „Ticket“ eingab, stieß eben auch auf diese Angebote. Da der Startpreis für die Sammlertickets in der Regel längst nicht so hoch war wie bei Auktionen, bei denen Karten für heute Abend versteigert wurden, dachten offenbar manche Nutzer, sie könnten ein Schnäppchen machen. In ihrer Euphorie gaben sie ein Gebot ab, ohne die Artikelbeschreibung genau zu lesen.

800 Euro für zwei Karten

Ob die Höchstbietenden den Betrag tatsächlich bezahlen müssen oder sich darauf berufen können, sie seien getäuscht worden, ist offen. Gut möglich, dass sich mit dieser Frage demnächst die Gerichte befassen müssen. Fakt ist, dass die Käufer mit den erworbenen Tickets am Donnerstagabend nicht ins Stadion gelangen.

Genug gültige Tickets gab und gibt es bei Ebay aber auch. In aller Regel wechselten sie zu Mondpreisen den Besitzer. Schon vor den Spielen gegen Doneszk, Mailand und Lissabon war der Schwarzmarkt extrem aufgeheizt. Vor dem Stadion wurden so gut wie keine Tickets angeboten, und auf Ebay fanden sich jede Menge Offerten zu fast schon obszön zu nennenden Preisen. Das Spiel gegen den FC Chelsea toppt aber alles bislang Dagewesene: Für zwei Tickets werden 700 oder 800 Euro verlangt – und auch bezahlt. Der Gewinn der Verkäufer liegt also bei bis zu 1000 Prozent.

Der FR-Städtevergleich: Eintracht schlägt Chelsea klar

Dafür nehmen sie das Risiko in Kauf, dass die Verantwortlichen der Eintracht, die den Markt regelmäßig beobachten, gegen sie vorgehen. Denn der Weiterkauf auf Ebay verstößt gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. In der Vergangenheit wurden Händlern die Dauerkarten entzogen, manche wurden auch aus dem Verein ausgeschlossen.

Das Spiel im Sommer 2010 gewann die Eintracht übrigens 2:1. Viele Experten sagten der Mannschaft daraufhin eine tolle Saison voraus, doch es kam anders. Im Mai 2011 stieg die Eintracht ab.

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