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Stehplätze bei der Eintracht im Waldstadion sind begehrt, jüngere Fans können kaum nachrücken.

Eintracht Frankfurt

Eintracht-Frankfurt-Fans wollen mehr Stehplätze

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Mit einer Aktion im letzten Heimspiel wollen die Eintracht-Frankfurt-Fans für einen Ausbau des Waldstadions werben. Sie wünschen sich einen Ausbau der Stehplätze auf 20 000.

In schöner Regelmäßigkeit müssen die Fan-Vertreter der Eintracht Mangelwirtschaft betreiben. Jedes Jahr, wenn es um die Vergabe von Stehplatzdauerkarten im Waldstadion geht. Das seien mittlerweile fast schon „nervige Fragen“, räumt Dominik Ziegra von der Fanvertretung Nordwestkurve e. V. ein, und Henning Schwarz aus dem Vorstand der Fan- und Förderabteilung verdeutlicht: „Seit 2005 hat es keine neuen Stehplatzdauerkarten mehr gegeben.“

Vor allem junge Fans schauen in die Röhre. „Die Atmosphäre leidet ein bisschen, das jüngere Publikum fehlt“, sagt Ziegra. Bei Spielen gegen Wolfsburg an einem Freitagabend bleiben teure Sitzplätze leer, aber laut Ziegra könnten stattdessen locker noch ein paar Tausend Stehplätze mehr verkauft werden. Gerade jüngere Fans und sozial Schwächere seien auf die günstigen Tickets angewiesen. Ina Kobuschinki vom Fanclubverband bringt die Forderung der Fans daher ganz lapidar auf den Punkt: „Der einfachste Weg ist, das Stadion ein bisschen zu vergrößern.“

Ganz so einfach ist das freilich nicht. Die Eintracht Frankfurt AG hatte selbst schon einen Vorstoß unternommen, der beim Stadionbesitzer, der Stadt Frankfurt, bislang auf wenig Gegenliebe gestoßen war.

Jetzt also treten die Fans selbst auf den Plan. Den Zeitpunkt halten sie im Hinblick auf die EM 2024, für die sich Frankfurt als Spielort bewirbt, für günstig. „Solch ein Ausbau lässt sich nur mit einem Großereignis machen“, ist sich Schwarz von der Fan- und Förderabteilung sicher. Die Fans gehen davon aus, dass im Falle einer EM-Vergabe nach Deutschland ohnehin Umbaumaßnahmen am Stadion fällig sind und wollen diesmal die Belange der Fans berücksichtigt sehen. Mit einer gewissen Süffisanz fragt Schwarz, was denn das als größtes Cabrio der Welt gepriesene Dach der Arena bislang gebracht habe. Zum Heimspiel gegen Leipzig sollen 50 000 Flyer verteilt werden. Gefordert wird ein Ausbau der derzeitigen Kapazität von 9000 Stehplätzen im Heimbereich auf 20 000. Bei der Frage, wer das finanzieren soll, sagt Schwarz ganz unumwunden: „Mit Sicherheit nicht wir.“ Die Stadt sei da als Eigentümer in der Pflicht. Bezahlbare Eintrittkarten für das Stadion seien schließlich fast so wichtig wie bezahlbarer Wohnraum.

Sportdezernent Markus Frank zeigt sich auf FR-Anfrage durchaus gesprächsbereit. „Es ist ein guter Zeitpunkt solche Ideen jetzt vorzubringen“, sagt Frank im Hinblick auf die EM 2024 und auf den 2020 auslaufenden Mietvertrag der Eintracht. Von der Idee, dass die Stadt die Kosten alleine tragen müsse, hält Frank nichts. Die Eintracht müsste sich an den Kosten für einen fangerechten Umbau beteiligen. Zudem weist Frank darauf hin, dass eine solche Investition „solide finanziert“ werden müsste. Bei einem Abstieg der Eintracht etwa scheint fraglich, ob ein größeres Stadion für den Ligabetrieb überhaupt vonnöten ist.

Unabhängig davon strebt die Eintracht ab 2020 an, das Stadion selbst zu betreiben. „Wenn die Rahmenbedingungen dafür stimmen, könnten wir uns auch durchaus vorstellen, in das Stadion zu investieren“, sagt Eintracht-Vorstand Axel Hellmann und kündigt eine Machbarkeitsstudie zum Ausbau des Stadions an, die die Eintracht nach Saisonende vorlegen werde.

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