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Umringt von Reportern: Eintracht-Co-Trainer Robert Kovac.

Westend

Eintracht-Coach schnappt Räuber

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    Thomas Kilchenstein
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Große Zivilcourage bei Eintracht-Assistenztrainer Robert Kovac: Der 43-jährige Bruder des Cheftrainers Niko Kovac stellt im Frankfurter Westend einen Räuber.

Ein paar Frotzeleien sind schon erlaubt, wenn ein Promi derart viel Zivilcourage zeigt. Im Polizeipräsidium witzelt man am Dienstag, Robert Kovac habe einen Räuber regelrecht weggegrätscht. Das stimmt allerdings nur bedingt und spielt im Wesentlichen darauf an, dass der Kotrainer von Eintracht Frankfurt zu seiner aktiven Zeit als Fußballer nicht gerade durch eine ganz feine Technik auffiel – wohl aber durch unbändigen Einsatz. Und der wurde am Montagabend einem 28 Jahre alten Verdächtigen zum Verhängnis.

Zu den Einzelheiten: Gegen 22 Uhr hebt ein Rentner an einem Geldautomaten der Sparkasse auf der Bockenheimer Landstraße 40 Euro ab. Zur selben Zeit geht Robert Kovac im Westend mit seinem Hund Benny, einem japanischen Chihuahua, spazieren. In einem Gebüsch sieht der Trainer, der gemeinsam mit seinem Bruder Niko für die Geschicke von Eintracht Frankfurt verantwortlich ist, einen Mann liegen. „Er kam mir verdächtig vor, er war ganz in schwarz gekleidet, trug Handschuhe“, erzählt Kovac am Dienstagmittag vor Heerscharen von Sport- und Boulevardreportern beim Eintracht-Training.

Kovac behält die Szenerie im Blick und stellt fest, dass der Verdächtige einen Mann beobachtet, der Geld abhebt – besagten 72 Jahre alten Rentner. Der Verdächtige verfolgt den älteren Mann. In der Freiherr-vom-Stein-Straße reißt er ihn zu Boden, wie die Polizei mitteilt. Der Rentner erleidet leichte Verletzungen. In seiner Angst händigt er dem Täter die 40 Euro aus.

Den Überfall selbst sieht Robert Kovac nicht. Aber er hört den Rentner um Hilfe rufen. Kovac rennt los, sieht den Täter, der gerade flüchten will, und nimmt die Verfolgung auf. Dazu muss man wissen: Der Trainer, der einst unter anderem für Bayern München, Borussia Dortmund und Juventus Turin spielte, ist mit 43 Jahren noch so fit, dass er beim Eintracht-Training regelmäßig mitspielt. So kommt es, dass der Räuber keine Chance hat. Nach 50 Metern holt Kovac ihn ein, seinen Hund trägt er dabei auf dem Arm.

Der Trainer nimmt den Verdächtigen in den Schwitzkasten und zerrt ihn in ein nahegelegenes Steak-Restaurant. Dort ruft er die Polizei, die knapp drei Minuten später vor Ort ist und den wohnsitzlosen Mann festnimmt. Der mutmaßliche Täter ist durchaus polizeibekannt, wie es am Dienstag heißt. Erst am Montag, dem Tag des Überfalls, war er aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

„Couragierter Fußgänger“

„Ich habe nur reagiert und nicht viel nachgedacht“, sagt Robert Kovac und hebt die Bedeutung von Zivilcourage hervor. Er sagt aber auch, er wisse nicht, ob er auch so gehandelt hätte, wenn der Täter zwei Meter groß gewesen wäre. Natürlich hätte der Mann aus dem Westend auch bewaffnet sein können, aber „daran habe ich nicht gedacht“.

Dass der ausgeraubte Rentner erkannt hat, wer ihm zur Hilfe geeilt ist, glaubt Kovac nicht. Und auch im Polizeibericht vom Dienstag ist nur von einem „couragierten Fußgänger“ die Rede, der „trainiert“ gewesen sei.

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