Julien Zamberk will im und um das Stadion herum einiges bewegen.
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Julien Zamberk will im und um das Stadion herum einiges bewegen.

Stadion GmbH

Eintracht Frankfurt: Neuer Geschäftsführer der Stadion GmbH hat Großes vor

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Julien Zamberk hat auch im verwaisten Stadion als neuer Geschäftsführer viel zu tun. Die Corona-Pandemie bietet ihm den Raum, eine Vielzahl von Projekten anzugehen. Ein Porträt.

Das Stadion von Eintracht Frankfurt ist noch auf unabsehbare Zeit verwaist, aber über mangelnde Arbeit kann sich Julien Zamberk nicht beklagen. Das neue Catering muss an den Start gebracht, ein Anbieter für das künftige Stadion-W-LAN ausgewählt und die Umbaumaßnahmen im Hospitality-Bereich müssen geplant werden. „Uns schwebt auch eine App vor, mit der unsere Fans sich über die Parkplatzsituation im Stadion informieren können“, verrät Zamberk.

Julien Zamberk neuer Geschäftsführer der Eintracht Frankfurt Stadion GmbH

Seit Anfang des Monats ist der 32-Jährige Geschäftsführer der von Eintracht Frankfurt für die Vermarktung des Stadions neu etablierten Eintracht Frankfurt Stadion GmbH. Er wird in dieser Funktion künftig für die Eintracht das Bindeglied zwischen Spielbetrieb und Konzertveranstaltungen im Stadion sein.

Julien Zamberk ist ein echter Frankfurter, der aber eher über Umwege zu Eintracht Frankfurt kam. Aufgewachsen im Nordend, hat der Anna-Schmidt-Schüler von der F- bis zur A-Jugend bei Makkabi gekickt. „Allerdings ohne große Ambitionen, mehr zum Vergnügen“, sagt er. Nach dem Abitur ging er nach England, machte zunächst in Southhampton seinen Bachelor in Sportmanagement und anschließend an der London School of Economics einen Masterabschluss in Wirtschaft.

Julien Zamberk kam 2014 zu Eintracht Frankfurt

2011 lernte Zamberk Eintracht-Aufsichtsrat Philip Holzer kennen, der ihm ein Praktikum am Riederwald vermittelte. Nach dem Studium arbeitete Zamberk noch anderthalb Jahre für eine kleine Londoner Unternehmensberatung in der Sparte Sport, bevor er 2014 zu Eintracht Frankfurt wechselte. Dort sollte er zunächst die Internationalisierung vorantreiben. Bald kümmerte er sich aber auch um Vermarktungsmöglichkeiten des Vereins. Schließlich hatte Eintracht Frankfurt schon vor Jahren sondiert, wie die Alternativen zu einer Fremdvermarktung aussehen könnten.

Zamberk nun zum Geschäftsführer der neu geschaffenen Stadion GmbH von Eintracht Frankfurt gemacht zu haben, ist für Vorstand Axel Hellmann folgerichtig: „Julien Zamberk hat in den letzten Jahren alle großen strategischen Themen vorangetrieben und sie entscheidend mitbegleitet. Vor allem das Stadion-Thema hat er seit fünf Jahren intensiv bearbeitet und alle Verhandlungen mit der Stadt persönlich mitgeführt.“ Zamberk fungiert wegen seiner profunden Kenntnisse auch weiter als Berater des Vorstands, er gilt als rechte Hand von Hellmann.

Fehlen der Großveranstaltungen im Stadion kostet Eintracht Frankfurt viel Geld

Dafür bekommt er auf der Position des Geschäftsführers Unterstützung von Patrick Meyer, der vorher schon für den Vermarkter Sportfive die Vermarktung des Stadions in der Stadion Frankfurt Management (SFM) geleitet hatte. Die Eintracht hat alle 22 Mitarbeiter der SFM übernommen, da musste Hellmann nicht lange überlegen: „Die Commerzbank-Arena war in den letzten 15 Jahren ein Erfolgsmodell. Daran haben Patrik Meyer und sein Team der SFM entscheidenden Anteil gehabt. Die ganze Truppe verfügt über so viel Erfahrung, dass wir sie unbedingt für unser Stadionmanagement übernehmen wollten.“ Zudem arbeiten jetzt auch die acht Greenkeeper unter dem Dach von Eintracht Frankfurt.

Natürlich hätte sich Eintracht Frankfurt einen günstigeren Zeitpunkt für die Übernahme des Stadions gewünscht, das Fehlen der Großveranstaltungen im Stadion-Sommer kostet den Verein viel Geld. Dafür kann in manchen Bereichen derzeit mehr Gas gegeben werden, etwa beim Kiosk-Umbau. Zamberk verspricht im Hinblick auf die neue Gastronomie: „Die Fans können sich in Sachen Qualität und Kreativität freuen.“ So soll es zukünftig auch Handkäs im Stadion geben. Auch die Gestaltung der Gastronomie werde modernisiert.

Stadion von Eintracht Frankfurt wird in neuem Glanz erstrahlen

Überhaupt werden die Fans das Stadion von Eintracht Frankfurt in neuem Look erleben. Die gelben Dachblenden wurden schon demontiert, das Stadion soll bei Heimspielen künftig eher in Rotlicht getaucht werden. Die bislang gelben Treppenabgänge werden weiß und die Aufhängung des neuen Video-Würfels schwarz statt gelb. Natürlich wird auch der Schriftzug des Namenssponsors ein anderer sein. Das Stadion heißt ja nun offiziell Deutsche-Bank-Park.

Gemeinsam mit dem neuen Sponsor will Eintracht Frankfurt Anfang 2021 auch ein neues Bezahlsystem im Stadion an den Start bringen, das laut Zamberk „extrem kreativ“ sei und ohne Aufladen einer Karte funktionieren soll. Auf der frei werdenden Fläche, wo jetzt noch die Geschäftsstelle residiert, soll nach dem Umzug ins Profi-Camp eine neue Form von Hospitality geschaffen werden. Möglich sei so etwas wie eine Sportsbar, sagt Zamberk. Bis dahin hat der neue Geschäftsführer aber noch einiges zu tun, auch wenn das Stadion vorerst noch leer ist.

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