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Eintracht Frankfurt: „Mekka der deutschen Sportakrobatik“

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Fiona und Lea von der Eintracht-Sportakrobatik führen eine Balance-Übung vor.
Fiona und Lea von der Eintracht-Sportakrobatik führen eine Balance-Übung vor. © Renate Hoyer

Sportakrobatik boomt bei der Eintracht dank der im April eröffneten Halle. Mittlerweile sind es 180 Kinder, bis zu 500 sollen es in den kommenden Jahren werden. Einen großen Auftritt gibt es am Samstag beim Ball des Sports.

Egal, ob vom Trampolin oder von höheren Matten. Kleine und große Mädchen stürzen sich immer wieder jauchzend in die sogenannte Schnitzelgrube in der Turnhalle von Eintracht Frankfurt am Riederwald. Hunderte schwarze Schaumstoffstücke sorgen für die weiche Landung. Rund 40 Mädchen sind am Donnerstagnachmittag zum Sportakrobatik-Training gekommen. „Das ist noch wenig“, sagt Trainer Johannes Jurijevic Belovencev. Ein Teil probt jedoch zur gleichen Zeit in der Festhalle für den großen Auftritt im Rahmen des Ball des Sports.

„Wir boomen“, sagt Jurijevic Belovencev. Mit 80 Kindern ist es im April in der extra für die Sportakrokatik konzipierten Halle losgegangen. Mittlerweile zählt die Sparte der Turnabteilung 180 Mitglieder. Tendenz weiter steigend. Für vier Millionen Euro hat die Eintracht einen neuen Standard in der Nischensportart gesetzt. Der blaue Boden ist weich und federnd, es gibt die Möglichkeit sich unter die Decke ziehen zu lassen, um Figuren zu üben. Es gibt eine Musikanlage, eine Ballettstange, einen kleinen Kraftraum. Kurzum: „Wir sind das Mekka der Sportakrobatik“, sagt Jurijevic Belovencev. Es gab schon Bundeslehrgänge in der Halle, und auch die Nachwuchsfußballer der Eintracht nutzen die Halle für Koordinationsübungen.

„Wir hoffen in den nächsten vier oder fünf Jahren auf 400 bis 500 Kinder“, sagt Rike Goldbeck-Keitel, Leiterin der Sparte Sportakrobatik. Sie kommt selbst vom Turnen und wollte eigentlich, dass ihr eigene Tochter auch turnt. Da war aber alles voll, so dass sie zur Sportakrobatik gelotst wurde. Die Tochter fand so großen Gefallen dran und mittlerweile ist auch die Mama Feuer und Flamme. „Das Miteinander ist das Tolle. Diese Symbiose aus Verantwortung und Vertrauen“, erklärt sie. Die Kinder müssen immer zusammen agieren, damit es klappt. Und es seien Werte, die man im Leben braucht.

Zwischen fünf und 20 Jahren sind die Kinder. Immerhin sieben Jungs gibt es. Es ist geplant, mehr Jungs für den Sport zu begeistern. Auch eine Gruppe für unter Fünfjährige mit Eltern ist geplant sowie eine Akrobatik-Yogagruppe für Erwachsene.

Sportakrobatik wird bei der Eintracht erst seit fünf Jahren angeboten. Jurijevic Belovencev ist seit November 2021 dabei. Er ist hauptamtlicher Trainer, „eine Rarität“ in Deutschland. Sechs Mal die Woche steht er in der Halle und leitet vor allem „die Großen“ an. Das sind die Kinder und Jugendlichen ab zehn Jahren, die Sportakrobatik schon im Leistungsbereich machen. Zwei Teilzeitangestellte unterstützen ihn beim Training, auch einige Eltern engagieren sich so wie Rike Goldbeck-Keitel wenn es nötig sein sollte.

„Beweglichkeit spielt eine große Rolle“, sagt Jurijevic Belovencev. Die körperlichen Voraussetzungen würden aber nicht so eine große Rolle spielen. „Uns geht es um den Willen und die Motivation, Teil dieses Teams zu sein“, erklärt er. Eine Trainingseinheit dauere zweieinhalb Stunden. Mindestens eine halbe Stunde wird gedehnt. Danach geht es an die Kraftübungen. „Die müssen sich schließlich gegenseitig halten können“, sagt Jurijevic Belovencev. Im März geht dann die Wettkampfsaison richtig los. Es geht unter anderem nach Österreich und Spanien. Aber zunächst steht der Auftritt in der Festhalle an. „Auf den freuen wir uns riesig“, sagt Jurijevic Belovencev.

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