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Regelmäßig verlegen Eintracht-Fans Stolpersteine für ermordete Mitglieder.
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Regelmäßig verlegen Eintracht-Fans Stolpersteine für ermordete Mitglieder.

Gedenken

Holocaust-Gedenken bei der SGE: Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Ein Projekt des Eintracht-Museums zeigt die Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden im Sport auf. Auch unbequeme Wahrheiten über die SGE selbst sind ein Thema.

  • SGE-Fans untersuchen die Rolle von Eintracht Frankfurt im Nationalsozialismus.
  • Anlässlich des Holocaust-Gedenktags informiert die SGE über die Rolle des Vereins in der NS-Zeit.
  • Weitere Informationsveranstaltungen sind geplant.

Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit: Fans machen sich auf Spurensuche

Die Eintracht-Fans gehen mal wieder auf „Spurensuche“ – und veröffentlichen dabei auch sehr unbequeme Wahrheiten über den eigenen Verein. Konkret geht es in dem Projekt um die Rolle der Eintracht im Nationalsozialismus. Am Dienstag, dem Tag vor dem heutigen Gedenktag zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, hat der Verein ein Video auf seine Seite gestellt, in dem das Eintracht-Museum über die „Spurensuche“ informiert.

Gedenken an Auschwitzbefreiung

Wegen der Corona-Pandemie findet auch das jährliche Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am heutigen 27. Januar vor allem virtuell statt.

Michel Friedman ist der Hauptredner bei der Gedenkveranstaltung, die der Hessische Landtag gemeinsam mit der Landesregierung, den Kommunalverbänden und dem Landeswohlfahrtsverband organisiert. Sie beginnt am Mittwoch, 27. Januar, um 17.30 Uhr. Sie wird auf drei Kanälen gestreamt – auf der Landtags-Homepage hessischer-landtag.de sowie auf den Landtagskanälen auf Youtube und Facebook. Friedman ist Geschäftsführender Direktor des Center for Applied European Studies in Frankfurt. Zuvor sprechen Landtagspräsident Boris Rhein und Ministerpräsident Volker Bouffier. pit

Die Opfer des rassistischen Terrors von Hanau im Februar 2020 stehen im Mittelpunkt einer Diskussion, zu der die Bildungsstätte Anne Frank am Holocaust-Gedenktag einlädt. „Say Their Names: Wo stehen wir ein Jahr nach Hanau?“ lautet der Titel der Veranstaltung am Mittwoch, 27. Januar, um 19 Uhr. Die Bildungsstätte organsiert sie mit dem Historischen Museum Frankfurt im Rahmenprogramms der Sonderausstellung „Hingucker? Kolonialismus und Rassismus ausstellen“. Es sprechen Newroz Duman von der Initiative 19. Februar Hanau und Çetin Gültekin, der Bruder eines Hanauer Mordopfers. Danach diskutieren Liisa Yasmin Pärssinen (Response), Ferda Ataman (Neue Deutsche Medienmacher*innen), Christian Bangel (Journalist), Ayse Gülec (NSU Tribunal) und Vanessa Thompson (Europa Universität Viadrina). Es moderiert die Journalistin Hadija Haruna-Oelker. Gestreamt wird die Veranstaltung auf Youtube und Facebook.

Die Stadt Wiesbanden überträgt die Gedenkveranstaltung auf ihrem You-Tube-Kanal. pit/geo

Frankfurter Fans hatten sich 2019 intensiv mit dem Schicksal jüdischer Sportlerinnen und Sportler in der NS-Zeit beschäftigt. Zum Abschluss des Projektes fuhren sie nach Theresienstadt, „einem Ort, an dem auch Eintrachtler eingesperrt, entrechtet und ermordet wurden“, wie das Team des Museums mitteilt.

Die Rolle der Eintracht in der Zeit des Nationalsozialismus: Zahlreiche Info-Veranstaltungen sind geplant

In diesem Jahr ist – so es die Corona-Pandemie erlaubt – die Fortsetzung des Projekts geplant. Die Fans wollen im März die Erinnerungsstätte in Eichberg besuchen. Im April schauen sie, so der Plan, den Film „Im Labyrinth des Schweigens“ über Staatsanwalt Fritz Bauer. Im Juni reisen sie nach Frankenthal, wo der umstrittene Eintracht-Präsident Adolf Metzner lange Zeit hohe Ehrungen erfuhr. Für September ist eine Podiumsdiskussion vorgesehen und für Oktober eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Buchenwald.

Welche Rolle führende Eintrachtler in der NS-Zeit einnahmen, beleuchtet in dem Video des Vereins der Wissenschaftler Maximilian Aigner vom Fritz-Bauer-Institut. Vor 1933 galt die Eintracht als liberaler Verein. So schrieb Matthias Thoma, Leiter des Eintracht-Museums, in seinem Buch „Wir waren die Juddebubbe“ über den hohen Anteil von Spielern jüdischen Glaubens in der Mannschaft.

SGE in der NS-Zeit: Führung von Eintracht Frankfurt zeigt sich mit Machtübernahme der Nazis angepasst

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verhielt sich die Eintracht-Führung aber in höchstem Maße opportunistisch und angepasst. Jüdische Sportlerinnen und Sportler mussten den Verein verlassen. An der Spitze der Eintracht standen Menschen wie Rudolf Gramlich, der Mitglied der SS war. Nachdem das Fritz-Bauer-Institut einen Bericht über Gramlich vorgelegt hatte, entzog ihm die Eintracht im vergangenen Jahr die Ehrenpräsidentschaft.

Unter der Adresse www.eintracht.de findet sich das Video über das Projekt „Spurensuche“. Auf der Seite https://museum.eintracht.de stehen auch die für dieses Jahr geplanten Termine.

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