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Pia Merbach hat die Tischkicker-Abteilung der Eintracht gegründet. 

Frankfurt-Rebstock

Eintracht Frankfurt gewinnt die Champions League

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Die Tischfußballerinnen der Eintracht haben die Champions League gewonnen. Abteilungsleiterin Pia Merbach träumt von den Olympischen Spielen.

Tischfußball: Ein paar Stangen mit fest montierten Kickern. Viel Kreativität ist da nicht möglich. Denkste! Pia Merbach (31) dreht und dirigiert die vier Stangen am Tisch so geschickt, dass der Ball von der Fünferreihe exakt in die Spitze rollt. Ihre Sturmreihe fackelt nicht lange und versenkt die Kugel im 20 Zentimeter breiten Tor. Das ist einstudiert, wieder und wieder. Den Dreh mit den Stangen haben die 31-Jährige und ihre Teamkolleginnen von Eintracht Frankfurt so gut raus, dass sie kürzlich Champions-League-Siegerinnen wurden. Im rein deutschen Finale schlugen sie den TSV Schmiden mit 40:37.

Eintracht Frankfurt auch im Tischfußball erstklassig

„Den Titel wollen wir nächstes Jahr verteidigen“, gibt Merbach als Ziel aus. Sie ist eben ehrgeizig. Ansonsten wäre sie auch nicht so erfolgreich. Sie ist Weltmeisterin im Doppel, Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft und spielt mit Eintracht Frankfurt in der Bundesliga. Dabei hat sie erst vor sechseinhalb Jahren aktiv mit dem Tischfußball begonnen. Auf den Geschmack hat sie ihr Vater Hans gebracht, mit ihm hatte sie zuvor in einer Kneipe gespielt.

„Es passiert viel auf kleinem Raum, das Spiel ist sehr schnell“, beschreibt sie den Reiz der Sportart. Wichtig seien vor allem drei Dinge: Ballkontrolle, Schusstechnik und Schnelligkeit. „Das alles lernt man im Training. Ansonsten braucht man außer Motivation nichts mitzubringen“, sagt Merbach. Die IT-Projektmanagerin wuchs in der Nähe von Büdingen auf. 2013 schloss sie sich dem 1. TFC Frankfurt an.

Eintracht Frankfurt: Seit 2016 mit Abteilung Tischfußball

Der Verein war damals noch relativ neu, gespielt wurde im Wohnzimmer. „Weil ich Eintracht-Fan bin und nach Frankfurt gezogen bin, wollte ich eine Abteilung Tischfußball bei der Eintracht gründen“, erzählt Merbach. Sie sprach bei den Vorsitzenden der Fußballabteilung des Vereins vor. Ottmar Ulrich und Dieter Burkhardt fanden die Idee gut. „Wir sagten, wir wollen nur den Namen, ansonsten nichts.“ Seit 2016 gibt es die Abteilung Tischfußball, deren Vorsitzende Merbach ist.

Training ist im Keller des Bowlingcenters Am Römerhof. Mittlerweile 70 Aktive treffen sich dort, im Alter von 20 bis 70 Jahren. Mehrere Teams starten in verschiedenen Ligen und Altersklassen. Zum Schnuppern kann jeder vorbeikommen.

Mit etwa 9000 aktiven Spielern in Deutschland, die Mehrheit davon Männer, ist Tischfußball eher eine Randsportart. „Verdienen kann man damit jedenfalls nichts“, sagt Merbach. Das stört sie nicht weiter. Dass die Sportart oft nicht ernst genommen wird, ärgert sie mehr. „Manche Spiele dauern mehrere Stunden. Da kommt man ganz schön ins Schwitzen und ist mental gefordert“, betont sie. Und sie kämpft dafür, dass die Sportart eines Tages olympisch wird. Denn bei Olympia wäre Merbach natürlich gerne dabei.

Das Trainingist dienstags und donnerstags ab 19 Uhr, Rebstock Bowling, Am Römerhof. Info im Internet unter eintracht.de .

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