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Filip Kostic wird seine Ecken zumindest vor ein paar Zuschauern schießen.

Auch in Frankfurt mit Fans

Bundesliga-Start in Corona-Krise: Fußball mit ganz viel Abstand

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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6500 Menschen dürfen am Samstag, 19. September, zum Eintracht-Spiel ins Stadion. Sie müssen zahlreiche Regeln beachten.

Alles ist anders. Man sagt das so einfach, und selbstverständlich ist auch am heutigen Samstag im Stadion nicht „alles“ anders als sonst. Aber ein gewöhnlicher Stadionbesuch wird es nicht für die 6500 Zuschauerinnen und Zuschauer, die den Saisonauftakt der Eintracht gegen Arminia Bielefeld erleben dürfen. Wie auch, mitten in der Corona-Pandemie?

Die Eintracht hat ein Hygienekonzept entwickelt, das die zuständigen Stellen in Frankfurt voll überzeugt hat. Allen voran Stefan Majer, den Gesundheitsdezernenten. Der Politiker der Grünen hatte noch Anfang September im Stadtparlament erklärt, dass er Fußballspiele vor Publikum angesichts der gestiegenen Infektionszahlen für problematisch halte. Keine zwei Wochen später stimmten er und der Leiter des Gesundheitsamts, René Gottschalk, dem Konzept zu.

Zuvor hatte sich Majer grünes Licht aus Wiesbaden geholt. Ihm sei es wichtig, dass das Land und die Stadt Frankfurt geschlossen agierten, hatte er immer wieder erklärt.

Abstand, Abstand, Abstand. So lässt sich das Konzept der Eintracht auf einen Nenner bringen. Mit einer Vielzahl von Detailregeln wollen die Verantwortlichen erreichen, dass sich die Besucherinnen und Besucher nirgendwo zu nahe kommen. Das fängt bei der Zahl der Menschen im Stadion an. Nachdem sich die Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung darauf geeinigt hatten, dass die Arenen zu 20 Prozent gefüllt werden dürften, hätte die Eintracht erneut mit dem Gesundheitsamt verhandeln können, um 9000 Menschen ins Stadion zu holen. Auch aus organisatorischen Gründen blieb man bei 6500.

Fußball mit Fans trotz Corona - Eintracht Frankfurt verlost 6.500 Tickets

Für Tickets durften sich nur Dauerkarteninhaber bewerben. Angesichts von 30 000 Fans, die eine Jahreskarte haben, hatten viele gedacht, man brauche bei der folgenden Verlosung großes Glück. Tatsächlich bekamen offenbar die meisten, die eine Bewerbung abgaben, ein Ticket. Denn gerade in der aktiven Fanszene rund um die Ultras und die organisierten Fanclubs gilt das Motto: Alle oder keine.

Mit der Karte bekamen die Zuschauerinnen und Zuschauer auch eine eng bedruckte Seite mit Verhaltensregeln zugeschickt. Als da wären: Niemand darf krank ins Stadion kommen, jeder muss am Eingang einen ausgefüllten Bogen mit Fragen zur eigenen Gesundheit abgeben. Auf dem gesamten Gelände außer auf dem eigenen Sitzplatz gilt Maskenpflicht. Stände für Essen und Getränke gibt es, konsumiert wird nur am Platz. Gleiches gilt für das Rauchen. Der Einlass soll zu festgelegten Zeiten und an bestimmten Eingängen erfolgen, vor Verlassen des Stadions muss man eventuell einige Zeit im Block warten. Die Sitze in der Umgebung bleiben frei. Damit es auf der Anreise nicht eng wird, setzt der RMV auf den Linien S8 und S9 mehr Wagen ein, die Straßenbahnen 20 und 21 fahren im Fünf-Minuten-Takt ins Stadion.

Ach ja: Einen neuen Namen hat das Stadion auch. Es heißt jetzt offiziell Deutsche Bank Park. Aber die meisten Fans sagen ohnehin Waldstadion.

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