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Mindestens 13 500 Eintracht-Anhänger kommen nach Mailand – Auswärts-Fanrekord in der Europa League.

Eintracht Frankfurt

Eintracht-Fans auf dem Weg nach Mailand

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Tausende Fans reisen mit oder ohne Ticket zum Spiel von Eintracht Frankfurt.

Auf der Autobahn streben sie einem schon am Mittwoch entgegen, verstopfen bereits die Schweizer Zufahrtstraßen, singen auf Rastplätzen vorm Alpenpanorama: Menschen mit den Kfz-Kennzeichen F, RÜD, GG, GI, WI, ja sogar OF – und alle mit dem Adler auf der Heckklappe. Denn Tausende Eintracht-Fans haben sich auf den Weg gemacht, um das Spiel ihrer Mannschaft am heutigen Donnerstagabend in Mailand zu sehen. „Jeden Tag fuhren mehr hin“, sagt Ina Kobuschinski, Vorsitzende des Fanclub-Verbands der Eintracht. Sie kommen mit dem Auto, mit dem Bus, mit der Bahn, mit dem Flugzeug. In großen Gruppen, in kleinen oder alleine.

Die meisten Fans seien aber erst Mittwochabend angekommen – oder reisten im Laufe des Donnerstags an, sagt Kobuschinski. Manche Fanclubs planen davor noch einen Stadtbummel ein, andere wollen einfach nur pünktlich zum Anpfiff um 21 Uhr vor Ort sein. Der Platz, an dem sich bereits am Mittwochnachmittag die ganz coolen Fans treffen, ist das Hotel Mozart im Stadtteil Gerusalemme. Da haust unter anderen der harte Kern des Eintracht-Podcasts. Und in der Stadt so? Die Carabinieri auf dem Domplatz haben noch keine freifliegenden Adler gesehen. „Domani.“ (Ital. f. „morgen“) Doch schon kurz darauf kommen einem nur noch Leute mit Adler auf der Brust entgegen.

80 000 Plätze gibt es im Giuseppe-Meazza-Stadion, das zu den größten Stadien in Europa zählt. 13 500 Karten hat der FC Internazionale der Eintracht für ihre Fans überlassen. Sie waren sofort weg. Wie schon bei anderen Spielen der Eintracht in der Europa League werden aber auch Fans ohne Ticket nach Mailand reisen. Kobuschinski geht davon aus, dass es „einige Tausend sind“.

Sie kommen die rund 660 Kilometer auch in der Hoffnung gefahren, vor Ort noch eine Karte zu erhalten. Über die Homepage von Inter Mailand durften die deutschen Fans keine Karten erwerben. Die dort verkauften Tickets seien nur für Inter-Fans, heißt es auf der Seite. „Fans von Eintracht Frankfurt erhalten aus Sicherheitsgründen keinen Zugang zum Stadion, wenn sie Tickets außerhalb der für sie bestimmten Bereiche besitzen.“

Mailand: Alkoholverbot am Stadion und in der Innenstadt

Freie Plätze könnte es aber geben. Schließlich waren zuletzt beim Europa-League-Spiel gegen Rapid Wien nur 50 000 Besucher im Stadion. Karten werden daher am Donnerstag wohl im Verkauf sein, doch viele Fans, die bisher kein Ticket haben, fürchten Ausweiskontrollen am Eingang – dabei könnten deutsche Besucher abgewiesen werden, sofern sie keinen Platz im Bereich der Eintracht-Fans haben.

Vielen ist daher das Risiko zu groß, ohne Ticket dazustehen. Sie bleiben daheim und ziehen die Couch vor. Tausende aber nicht. „Ist ja auch nicht so weit nach Mailand“, sagt Kobuschinski. Dann schaue man das Spiel eben im Hotel oder in der Kneipe. Eintracht Frankfurt erwartet zumindest keinen Ärger mit Fans, die ohne Karte zum Achtelfinal-Rückspiel reisen. „Es gibt keinen Anlass zu Befürchtungen“, sagte Mediendirektor Jan Strasheim.

Allerdings hat die Polizei ein Alkoholverbot verhängt. Zwischen 16 Uhr und Mitternacht darf in der Innenstadt sowie rund ums Stadion kein Alkohol verkauft werden. Da mindestens 13 500 Eintracht-Fans erwartet werden und es auch Rivalitäten zwischen den Fanfreundschaften der beiden Vereine gibt, hat die Polizei hohe Sicherheitsvorkehrungen ergriffen. Mehr als 1000 Beamte werden im Einsatz sein. So viele Fans bedeuten aber auch: Auswärts-Fanrekord in der Europa League. 2013 bei der bisher letzten Europapokal-Teilnahme der Eintracht waren es in Bordeaux 12 000 gewesen – damals laut der UEFA Rekord.

Für die Daheimgebliebenen lässt sich das Spiel auch in Sportsbars oder Fußballkneipen wie dem „New Backstage“ im Nordend sehen. In mancher Pizzeria wird in Frankfurt heute Abend vielleicht auch der Fernseher angemacht. In der einen oder anderen hängt schließlich ein Inter-Mailand-Wimpel. Der Verein ist durchaus beliebt bei Italienern. Allerdings spielt die Europa League für Inter Mailand keine ganz so große Rolle. Immerhin landete man da nur, weil man aus der Champions League geflogen war.

Aber es gibt Inhaber von Pizzerien, die sich nicht mit dem Fernseher begnügen wollen, sondern sich lieber auf den Weg nach Mailand gemacht haben. So wie der Pizzeriabesitzer aus Bockenheim. Mittwoch ist er losgefahren. Zu seiner Mannschaft: zu Eintracht Frankfurt. (mit dpa/sid)

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