1. Startseite
  2. Frankfurt

Eintracht Frankfurt eröffnet Halle für Sportakrobatik

Erstellt: Aktualisiert:

Von: George Grodensky

Kommentare

Die neue Halle hat einen besonders gefederten Boden. Gelenkschonend ist das, aber nichts für Ballsport.
Die neue Halle hat einen besonders gefederten Boden. Gelenkschonend ist das, aber nichts für Ballsport. © Michael Schick

Die Sparte wächst, 100 Kinder trainieren bereits, 500 könnten es bald werden. Im Neubau am Riederwald bekommt auch die Tennis- und Triathlonabteilung Büros.

Es ist ein großer Tag für Eintracht Frankfurt“, sagt Michael Otto, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Vereins. Nur etwas mehr als ein Jahr liegen zwischen ersten Gesprächen über eine neue Halle und der offiziellen Eröffnung am Sonntag, 24. April. Die reine Bauzeit betrage sogar nur sechs Monate, schwärmt Otto.

Gut, ein paar Kleinigkeiten fehlen noch am Neubau an den Tennisplätzen im Riederwald. Zum Beispiel die Eintracht-Adler. Außerdem: der halbe Hallenboden. Den haben die Bauleute allerdings mit Absicht nicht ganz verlegt. Gut 300 Gäste oder mehr kommen zu Eröffnung, die sollen nicht alle bei der Besichtigung ihre Schuhe ausziehen müssen. Der Untergrund ist empfindlich, er wirkt wie Teppichboden, ist aber ein sehr federnder und gelenkschonender Aufbau, gut 30 Zentimeter liegen zwischen dem eigentlichen Boden und dem Geläuf. Stahlfedern sorgen für die richtigen Schwingungen.

Trainieren wird hier ab Montag vornehmlich die Sparte Sportakrobatik, eine Unterabteilung des Turnens. Sportakrobatik wirkt auf den Laien wie eine Mischung aus Trampolin springen und Bodenturnen. Es gibt aber auch tänzerische Elemente, viel Teamwork und Choreographien.

Rund 100 Kinder sind bislang bei der Eintracht in der Sportakrobatik aktiv, hauptsächlich Mädchen. Indes: Die Warteliste ist sehr lang. „Es könnten bald 500 Kinder sein“, sagt Otto. Toben können sie auf 602 Quadratmetern, die Funktionsbereiche und Büros des Neubaus sind noch einmal 644 Quadratmeter groß. Bislang mussten die Kinder in normalen Hallen trainieren, die sie gut eine Stunde lang mit besonderen Schwingmatten auslegen mussten. Der Abbau verschlang dann ebenfalls eine Stunde. Das ist im Neubau nun kein Problem mehr.

„Die Idee war, etwas Spezielles anbieten zu können“, sagt Otto. „Einer Nische eine Heimat geben.“ So, wie in Nied etwas für die Fechtabteilung entstehen soll. „Eintracht Frankfurt steht nicht nur für Fußball und Tennis.“ Neben den Sportakrobaten sollen auch andere Nutzungen möglich sein. Etwa Seniorengymnastik, Yoga oder Mutter-Kind-Turnen.

Rund vier Millionen Euro hat das Projekt gekostet, ein Drittel finanziert der Verein, ein Drittel die Stadt, der Rest sind Spenden. Das Geld ist nicht nur in den Neubau geflossen, die Eintracht hat die Gelegenheit genutzt, die Infrastruktur des Geländes anzupassen. Zum Beispiel hat der Verein nicht nur eine 500 Meter lange Gasleitung gelegt, er hat da auch die Tennishalle angeschlossen, was die alte Ölheizung dort obsolet macht, ebenso die beiden Traglufthallen. Die waren bislang über Flüssiggas betrieben. Da musste jede Woche der Laster anrücken und die Tanks neu befüllen. Neue Stromleitungen und Glasfaserkabel gibt es ebenfalls.

Stichwort Nachhaltigkeit: Die neue Halle versiegelt weniger Fläche als der Altbau, der vorher dort zu finden war, weil Dach und Vorbau komplett begrünt sind. Außerdem gibt es eine Fotovol-taikanlage zur Stromgewinnung, plus Speicher. „Damit wir den Strom dann nutzen können, wenn wir ihn brauchen. Nicht nur, wenn die Sonne scheint.“ Viele Fahrradständer werden noch aufgebaut, zwei Ladesäulen für E-Autos. Das Regenwasser fließt in die Zisterne mit 35 000 Litern Fassungsvermögen. Statt einer verschwenderischen Klimaanlage gibt es eine sparsame Wasserkühlung.

Eine vergleichbare Halle gebe es deutschlandweit nicht, sagt Otto. Die Eintracht bemühe sich darum, Bundesstützpunkt zu werden. Der Neubau soll auch die Eintrachtgemeinde mehr zusammenbringen. „Ich möchte hier Begegnungsflächen schaffen“, sagt Otto. Die Gastronomie im Erdgeschoss solle nicht nur der Tennisabteilung zugute kommen. Er würde sich freuen, auch Menschen aus anderen Abteilungen dort zu treffen. Immerhin kommen auch Leistungsdiagnostik und die Triathleten im Bau unter.

Auch interessant

Kommentare