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Eintracht Frankfurt: Die Rückkehr der wilden Jungs

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Von: Georg Leppert

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Die Fankurve wird heute voll werden.
Die Fankurve wird heute voll werden. © AFP

Erstmals seit zwei Jahren geht am Samstag wieder die komplette Fanszene der Eintracht ins Stadion. Mit der Zuteilung der Tickets gab es Probleme.

Es dürfte laut werden. Laut und ziemlich emotional. Erstmals seit dem 4. März 2020, erstmals also seit mehr als zwei Jahren, darf Eintracht Frankfurt am heutigen Samstag das Stadion im Stadtwald wieder komplett füllen. Und die Fans werden kommen. Zwar ist der Gegner „nur“ die Spielvereinigung aus Fürth, zwar soll das Wetter wenig frühlingshaft werden – dennoch sind so gut wie alle 51 500 Tickets verkauft. Es gibt lediglich Restkarten, und vermutlich werden die Fans aus Fürth ihren Block nicht komplett füllen. Dennoch, die Stimmung in der Arena dürfte heute von 15.30 Uhr an großartig sein.

Das liegt auch an der Rückkehr der aktiven Fanszene, insbesondere der Ultras. Denn zuletzt gab es ja durchaus die Möglichkeit, ins Stadion zu gehen. Für die meisten Spiele in dieser Saison durfte die Eintracht 25 000 Karten verkaufen. Allerdings: Die sehr lauten und sehr treuen Fans gingen nicht in die Arena. Das lag an den Zugangsbeschränkungen. Bei der Eintracht galt zuletzt das 2G-Plus-Modell. Und die meisten Fans sind zwar keine Impfgegner:innen. Doch in der Gruppe einigte man sich auf das Motto: „Alle oder keine.“ Da sich also einzelne Fans nicht impfen lassen wollten oder konnten, ging die gesamte Szene nicht zum Spiel, sondern traf sich lieber im Fanhaus oder auf dem Parkplatz. Das führte innerhalb vieler Fanclubs durchaus zu Diskussion. Doch zumindest die Gruppen, die eine gewisse inhaltliche Nähe zu den Ultras haben, blieben fern.

Darunter litt die Stimmung – das mussten auch die Fans einsehen, die den traditionell wilden und unangepassten Ultras kritisch gegenüberstehen. Die organisierte Anfeuerung der Mannschaft fehlte in den vergangenen zwei Jahren fast völlig, und echte Ekstase herrschte im Stadtwald nur einmal: als vor einigen Wochen in der letzten Minuten der Verlängerung das 1:1 gegen Betis Sevilla fiel und die Eintracht im Viertelfinale der Europa League stand. Da drehten die 25 000 Menschen im Stadion schier durch. Ansonsten ging es oft sehr reserviert zu in der Arena, in der stets einzelne Blöcke voll besetzt waren, während in anderen niemand saß.

Doch das ist Vergangenheit. Am Samstag herrscht im Stadion 0G, es gibt also keinerlei Zulassungsbeschränkung mehr und auch keine Maskenpflicht. Wohl aber die Empfehlung, Maske zu tragen, wie Eintracht-Justiziar Philipp Reschke erklärt. Manche Fans sehen das kritisch, einige haben Angst sich anzustecken und dann sogar den Kracher gegen Barcelona (Hinspiel am nächsten Donnerstag, Rückspiel eine Woche später) zu verpassen. Doch so sind jetzt die Regeln.

Derweil treibt viele Fans noch ein anderes Thema um – die technische Übermittlung von Karten. Vieles ging dabei in letzter Zeit schief. So sollten Besitzer:innen von Dauerkarten die Tickets für das Spiel gegen Fürth automatisch zugeschickt bekommen. In vielen Fällen klappte das nicht. Vorsitzende von Fanclubs, die die Karten für die ganze Gruppe entgegennehmen sollten, stellten fest, dass sie weniger Tickets bekommen hatten, als ihnen zustehen. Und oft bekamen sie keine Rechnung zugeschickt, um die Karten zu bezahlen. Bei der Eintracht kam dieses Problem durchaus an. „Die Tickets aller Dauerkartenabonnenten behalten unabhängig vom Zahlungseingang ihre Gültigkeit“, schrieb der Klub am Freitag auf seiner Internetseite.

Viele der Anhängerinnen und Anhänger der Eintracht befürchten, dass sich solche Probleme wiederholen dürften, sollte es irgendwann keine Dauerkarten in Plastikformat mehr geben. Mehr und mehr setzt der Bundesligist beim Ticketing auf eine App namens Mainaqilla, die in der Vergangenheit diverse technische Schwächen offenbart hatte.

Zunächst aber geht es heute gegen Fürth. Mit der kompletten Fanszene im Stadion. Es dürfte laut werden. Laut und emotional.

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