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Einschränkungen auf der Hanauer Landstraße

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Von: Friedrich Reinhardt

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Ein Teil der alten Cassellabrücke in Fechenheim wird ausgehoben und abtransportiert.
Ein Teil der alten Cassellabrücke in Fechenheim wird ausgehoben und abtransportiert. ase © Amt für Straßenbau und Erschließung

Der Abriss der Cassella-Brücke wird den Verkehr in den nächsten Wochen deutlich beeinträchtigen. Die Fahrbahn wird schmaler und die Straßenbahn-Linie 11 eingestellt.

In der kommenden Woche beginnt der schwierigste Teil des Abrisses der Cassella-Brücke: der Teil über der Hanauer Landstraße. Das kündigte die Stadt an – und somit auch gravierende Einschränkungen für Autofahrer und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs.

Ab Montag, 9. Januar, bis Mitte März sollen die Abrissarbeiten dauern. Die Cassellastraße wird die Stadt über den gesamten Zeitraum sperren, der Autoverkehr auf der Hanauer Landstraße wird eingeschränkt. Von Montag, 23. Januar, bis Donnerstag, 2. März, wird die Fahrbahn in beiden Fahrtrichtungen auf eine Spur reduziert. „Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle in der Hanauer Landstraße auf beiden Seiten passieren. Auch wird eine provisorische Fußgängerfurt in Höhe Hanauer Landstraße 505 hergestellt“, teilt die Stadt mit.

Die Straßenbahnlinie 11, die wichtigste ÖPNV-Verbindung zwischen Fechenheim und der Frankfurter Innenstadt, wird ab Montag, 23. Januar, für rund anderthalb Monate komplett eingestellt. Dies sei nötig, „da die Oberleitungen der Tram für den Abbruch der Brücke entfernt werden müssen“, erklärte die Stadt in ihrer Mitteilung. Dafür werde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Die Buslinien 41 und N11, die über die Hanauer Landstraße fahren, sollen planmäßig verkehren. „Sie werden mit dem Straßenverkehr an der Baustelle vorbeigeführt. Die Ersatzbushaltestellen befinden sich in Höhe Hanauer Landstraße 521/526“, kündigt die Stadt an.

Warum der Abriss des Teils über der Hanauer Landstraße so lange dauert und die Verkehrseinschränkungen so lange nötig sind, erklärt die Stadt in ihrer Mitteilung nicht. Die Brücke wird seit August abgerissen. Seither kann man beobachten, wie schnell der Abriss voranschreitet. Von der Brücke werden nach und nach rund vier Meter lange Stücke abgeschnitten. Rund anderthalb Stunden dauere es, bis sich das fingerbreite, diamantbesetzte Seil durch den Beton geschnitten habe, erklärten Bauarbeiter der beauftragten Firma im Herbst dieser Zeitung. Dann könne ein Kran das 30 Tonnen schwere Brückenstück wegheben.

Ganz nachvollziehen kann auch Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) nicht, warum die Sperrungen so lange dauern sollen. Mehrere Arbeitsschritte ziehen laut Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) die Arbeiten in die Länge. Um die Brücke abreißen zu können, müsse der Verkehr über den nördlichen Parkplatz des Industrieparks verschwenkt werden. „Zur Einrichtung der Verschwenkung sind Straßenbauarbeiten erforderlich“, erklärt Amtsleiterin Michaela Kraft. Straßenleuchten müssten versetzt und am Ende wieder an ihrem alten Platz installiert werden. „Hierzu benötigt die Straßenbeleuchtungsfirma jeweils einen Werktag und ein freies Baufeld.“ Die Linie 11 müsse eingestellt werden, weil die verschwenkte Fahrbahn zwei mal die Straßenbahngleise kreuzen werde.

Rund 16 Meter breit ist die Hanauer Landstraße. Herzstück des Rückbaus ist die bereits erwähnte Seilsäge. Bevor die Seilsäge sägen könne, müssen Hilfsstützen so positioniert werden, wie es die Rückbaustatiker:innen berechnet haben. „Die Hilfsstützen müssen nach jedem Schnitt ab- und an neuer Position wieder aufgebaut werden“, sagt Kraft. Insgesamt seien 32 wechselnde Stützenstellungen für den Abriss des letzten Stücks der Cassella-Brücke notwendig. Und jede einzelne Stütze brauche „ein ausreichend dimensioniertes Fundament“.

Die Cassellastraße müsse gesperrt werden, weil sonst nicht genug Platz wäre, um die Brückenteile auszuheben und abzutransportieren.

Ortsvorsteher Skrypalle sieht durch die Teilsperrung der Hanauer Landstraße starke Einschränkungen auf die Fechenheimer und Riederwälder zukommen: „Ich fürchte, dass sich der Verkehr auf die Wächtersbacher Straße und die Straße Am Erlenbruch verlagern könnte.“ Schon jetzt stecken Autofahrer:innen auf der wichtigsten Straße des Riederwalds zur Rushhour ständig im Stau fest. Auch die Staus auf der Hanauer Landstraße werden zunehmen, fürchtet Skrypalle. Die Hanauer stößt bereits jetzt fast jeden Morgen und Abend im Berufsverkehr an ihre Grenzen.

Notwendig ist der Abbruch der Cassella-Brücke, weil bei Kontrollen des Straßenbauamtes im Jahr 2019 festgestellt wurde, dass gravierende Schäden die Tragkonstruktion der Brücke beeinträchtigen.

Nach eingehender Prüfung wurde klar, dass sich die Brücke nicht mehr sanieren lässt und demzufolge abgebrochen werden muss. Rund 2,2 Millionen Euro gibt die Stadt aus, um die Brücke aus dem Jahr 1964 zurückzubauen. Derzeit wird außerdem an einem Neubau geplant. Die Cassella-Brücke verbindet den Norden und den Süden Fechenheims, die durch die Hanauer Landstraße und die Bahnschienen getrennt sind.

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