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Im Riederwald treiben einmal im Jahr Monster ihr Unwesen.

Riederwald

Und einsam streift der Teufel umher

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Mit Monsterdisco, Geisterbahn, Friedhof und Bühnenprogramm hat sich das Riederwälder Halloween zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Besucher aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet strömen alljährlich im Oktober auf den Platz im Riederwald.

Wenn Moderatoren aus Särgen steigen und Kinder auf der Black Pearl mit Gummischwertern um Goldmünzen kämpfen, dann feiern die Riederwälder ihr traditionelles Halloweenspektakel. Zum elften Mal verwandelte sich am Samstag der Abenteuerspielplatz am Licht- und Luftbad in einen Gruselpark mit Monsterdisco, Piratenschiff und Hexenhaus. Am Eingang bildet sich schon eine gute Stunde vor Beginn eine Schlange. Jeder will als erstes einen Blick auf die Grusellandschaft werfen.

Auch der zwölfjährige Ivan Gabric. „Ich war schon hier. Das war toll. Heute will ich das meinem kleinen Bruder zeigen“, sagt er. Erste Anlaufstelle ist die Geisterbahn. Gleich dahinter befindet sich das Tor zur Unterwelt. Ein Friedhof mit Untoten erstreckt sich dort nebst Vampirvilla und Werwolfhütte – alles entworfen und gestaltet von den Kindern und Mitarbeitern des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald. Vorne am Portal streift ein einsamer Teufel mit glühend rot-leuchtenden Hufen und Hörnern umher, der sich gelegentlich einen Besucher herauspickt und ihn mit mörderischem Blick fixiert. Im Hintergrund hat gerade die Feuershow begonnen.

„Halloween, Halloween!“, kreischt ein kleines Mädchen, das auf Höhe des Scheiterhaufens einem Maismonster davonläuft. Ein „Halloween“ zu viel, denn die Regel lautet: Wenn du einmal rufst, lassen dich die Kreaturen in Ruhe. Rufst du öfter, verfolgen sie dich – auf ewig. „Im letzten Jahr hab ich davon Alpträume bekommen“, erzählt die sechsjährige Ilayda aufgeregt. „Aber ich mag es ja, mich zu gruseln“, fügt sie hinzu und grinst schelmisch.

Gegen die Alpträume soll der Demaskierungsakt am Ende des Abends helfen. „Damit die Kinder sehen, dass hinter der Schminke und den Kostümen auch bloß Menschen stecken“, erklärt John Leicher, Leiter des Abenteuerspielplatzes. Er ist wie jedes Jahr als Piraten-Kapitän auf der Black Pearl anzutreffen. Auch das Wassermonster ist Inventar der ersten Stunde, ebenso wie der Vampir, der unter Nebelmaschinendampf aus einem Sarg steigt und traditionell die Begrüßungsrede hält.

Die Idee für das Halloweenspektakel von Kindern für Kinder stammt übrigens von einem Zivildienstleistenden, der das Team des Abenteuerspielplatzes 2007 unterstützte. Angefangen im ganz kleinen Rahmen mit knapp 40 Besuchern, zählt das Event inzwischen zu den größten Frankfurter Halloweenfesten für Kinder. „Die Kids wollten nach dem ersten Mal unbedingt an der Veranstaltung festhalten und entwickelten das Konzept weiter“, erinnert sich Leicher.

Heute lockt das Riederwälder Halloween mit zehn Gruselstationen, Bühnenprogramm und verkleideten Kinderpantomimen jährlich Hunderte junge Besucher zwischen vier und zwölf Jahren mit ihren Eltern aus dem ganzen Frankfurter Umkreis an. „Wir sind aus dem Taunus hergekommen, weil wir dort nichts Vergleichbares haben“, erzählt ein Vater. Eine andere Familie ist extra aus Darmstadt angereist – und sie alle wollen sich schaurig amüsieren.

Ob ehrfürchtig vor einem Zombie zurückschreckend oder furchtlos mit dem Horror-Clown posierend – die Mischung aus Gänsehaut und Gruselspaß macht’s!

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