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Dietmar Pontow, der Chef der Klaa Pariser Fastnacht, geht.

Dietmar Pontow

Einmal noch umziehen

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75-jähriges Fastnachtsurgestein Dietmar Pontow freut sich auf die „zweite Lebenshälfte“.

Von Wehmut keine Spur, wenn Dietmar Pontow davon spricht, dass er nach 34 Jahren als Vorsitzender der Zuggemeinschaft Klaa Paris seinen Rücktritt angekündigt hat. Kurz vor dem 180. Klaa Pariser Fastnachtsumzug verkündete er, bei der nächsten Vorstandswahl im November nicht erneut zu kandidieren. Damit verlässt ein wahres Urgestein die Zuggemeinschaft, um „Platz für den Nachwuchs zu machen“, wie Pontow sagt. Wenn sich der Ehrenvorsitzende und Ehrenpräsident der Zuggemeinschaft an die vergangenen Jahrzehnte zurückerinnert und über seine langjährige Tätigkeit zu erzählen beginnt, strahlt sein Blick eine tiefe Zufriedenheit und Gelassenheit aus.

Im westpreußischen Schneidemühl aufgewachsen, verschlug es Pontow 1954 zunächst nach Bornheim. Als junger Mann spielte er in der Amateurmannschaft der Frankfurter Eintracht, bis er dieses Hobby aus beruflichen Gründen aufgeben musste und 1966 mit seiner Frau nach Heddernheim zog. Dort nimmt den gelernten Baukaufmann wenige Jahre später ein Freund mit zu einer Theatervorstellung der Heddmer Käwwern und bereits 1971 ist er nicht nur einfaches Mitglied, sondern auch im Vorstand des Vereins tätig. „Der hat mich praktisch angeworben“, erinnert sich Pontow mit einem Lächeln im Gesicht. Und das mit Erfolg. Schließlich bekleidete er den Posten seit seiner Wahl zum ersten Vorsitzenden ganze 28 Jahre lang. Parallel dazu übernahm er im Jahr 1985 dann auch noch den Vorsitz der Zuggemeinschaft Klaa Paris. Für ihn sei das allerdings keine große Sache gewesen, „ich wurde eben gefragt, ob ich das nicht machen will und dann habe ich ja gesagt“, berichtet Pontow. Auch wenn die Erzählung des heute 75-Jährigen bescheiden klingt, so weiß er dennoch darum, dass ihn auch die eine oder andere seiner Qualitäten bei der Ausübung der Ämter zugute gekommen ist. „Wenn man Erfahrungen im kaufmännischen Bereich besitzt und auch mal eine Führungsposition innehatte, ist der Vorsitz so eines Vereins keine große Umstellung“, kommentiert er seine jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Jedoch nicht ohne dabei mit Nachdruck zu erwähnen, dass dies nur möglich gewesen sei durch die sehr gute Zusammenarbeit mit den jeweiligen Vereinsvorständen und dem nötigen Rückhalt seiner Familie.

Pontow hat sich neben der Mitarbeit am Heddernheimer Fastnachtsmuseum zudem als Autor zweier Bücher, eins über die Heddernheimer Käwwern und eine Chronik der Heddernheimer Fastnacht, verdient gemacht. In seiner aktiven Zeit habe er dabei nicht nur „unglaublich viele tolle Menschen aus Politik und Gesellschaft kennengelernt“, wie er erzählt. Als besondere Erinnerung hebt er ebenfalls hervor, anlässlich des 175. Jubiläums der Klaa Pariser eine Festrede im ehrwürdigen Kaisersaal des Römers gehalten haben zu dürfen.

Doch nun beginnt für ihn die „zweite Lebenshälfte“, wie er sagt. Zwar werde er noch für zwei weitere Jahre den Vorsitz des Heddernheimer Vereinsrings innehaben und auch der Zuggemeinschaft selbstverständlich weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Doch ansonsten werde er sich zukünftig vor allem seiner Familie und seinem Garten widmen. „Denn ein bisschen Zeit habe ich ja noch, bis ich 111 bin“, scherzt er abschließend.

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