ine Schülerin arbeitet hinter einem Tablet in ihrem Bett für die Schule.
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ine Schülerin arbeitet hinter einem Tablet in ihrem Bett für die Schule.

Schule

Einheitliche Software für Home-Schooling in Hessen gefordert

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Initiative startet Petition, doch Stadt und Land sind skeptisch. Man müsse auf die Schulen vertrauen, heißt es.

Der Frankfurter Stadtschüler*innenrat fordert, alle Schüler und Schülerinnen mit einer einheitliche Software für den Unterricht zu Hause auszustatten. Stadt und Land halten das nicht für eine so gute Idee.

„Jede Schule macht das mit dem Lernen zu Hause jetzt anders“, beklagt Stadtschulsprecher Paul Harder. Und auch jeder Lehrer. „Bei manchen gibt es täglich Telekonferenzen oder Lernplattformen, über die man gemeinsam an Dokumenten arbeiten kann“, sagt er. „Das ist dann schon fast wie Unterricht in der Schule.“ Bei anderen aber gebe es lediglich Arbeitsaufträge per E-Mail, die häufig noch nicht einmal zurückgeschickt werden müssen.

In Kontakt bleiben

„Wir brauchen ein paar grundlegende Dinge, damit alle in der Lage sind, weiter zu lernen“, fordert Harder. Dazu gehöre eine einheitlich Software, über die sich klassen- oder kursweise kleine Netzwerke einrichten ließen. So könnten die Schüler mit dem Lehrer und auch untereinander in Kontakt bleiben.

Der Stadtschüler*innenrat unterstützt deshalb eine am Montag von der Initiative Digitale Schulen gestartete Online-Petition. Darin wird gefordert, dass die Stadt für alle rund 90 000 Schülerinnen und Schüler in Frankfurt – 70 000 davon auf weiterführenden Schulen – das Office-Paket von Microsoft kostenlos zur Verfügung stellt. Lehrkräfte können dies für ihre Arbeit zu Hause bereits für fünf Euro im Jahr nutzen.

Sylvia Weber (SPD), Frankfurts Bildungsdezernentin, lehnt dies ab. „Das Programm ist nicht datenschutzkonform“, argumentiert sie. Auch benötigten Schüler dafür einen Computer, den nicht alle zu Hause hätten.

Auf Schulen vertrauen

Weber verweist auf die „vielen guten Beispiele“ zum Lernen zu Hause, die Schulen bereits entwickelt hätten – wie etwa das Adornogymnasium, bei dem die Schülerinnen und Schüler eine virtuelle Klassenreise unternehmen. Nach Jahrgangsstufen gestaffelt, gibt es auf der Homepage zahlreiche Aufgaben, für die ein Smartphone, Stift und Zettel genügten. „Damit kann man alle erreichen“, sagt Weber.

Auch das Kultusministerium sieht die Forderung nach der Anschaffung des Microsoft-Programms skeptisch. „Wir wollen in der aktuellen Situation den Schulen nichts aufpfropfen“, sagt ein Sprecher. Auch er sieht zudem das Problem, dass mit der geforderten Software nicht alle erreicht würden. Aktuell gebe es keine einheitliche Lösung, müsse man auf die Schulen vertrauen. Er kündigte allerdings an, dass der Ausbau des landeseigenen Schulportals beschleunigt werden solle. Dieser solle, deutlich früher als ursprünglich geplant, im Herbst 2021 abgeschlossen sein.

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