Verfahren

Eingänge in Frankfurt verrammelt

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13 Strafverfahren nach Besetzung von Haus in Bockenheim.

Schon vor Sonnenaufgang kam die Polizei. Um sechs Uhr begann der Einsatz zur Räumung des von Wohnaktivisten besetzten Hauses in der Kaufunger Straße 4 im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. In der Dunkelheit und im Regen trafen die Beamtinnen und Beamten sieben Personen sitzend vor der Tür des sogenannten „Tibethauses“ an, vier junge Frauen und drei junge Männer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren.

Weitere 13 Personen hielten sich nach Angaben der Polizei im Inneren des ehemaligen Backhauses aus dem 19. Jahrhundert auf. Die Gruppe im Alter zwischen 14 und 45 Jahren habe sich geweigert, freiwillig zu gehen, und habe weggetragen werden müssen. Acht Besetzer wurden zur Feststellung ihrer Personalien zum Polizeipräsidium gebracht.

Ein Polizeisprecher sagte der FR vor Ort, die Besitzer des Gebäudes hätten Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Daraufhin sei man tätig geworden. Die Strafanzeige sei tatsächlich schon am vergangenen Samstag gestellt worden, am Tag der Besetzung.

Die Räumung wurde von beiden Seiten als friedlich eingeschätzt. „Es wäre allerdings nicht nötig gewesen, die Leute über den Boden zu schleifen“, sagte ein junger Anwohner. Viele Menschen aus der Umgebung des Hauses versammelten sich im Morgengrauen vor dem Gebäude, um ihre Solidarität zu zeigen.

Mit ihrer Besetzung hatten die Aktivisten der Gruppe „Social Hub“ vor allem verhindern wollen, dass auf dem Grundstück teure Eigentumswohnungen entstehen. Derzeit wird gerätselt, wer die Bauten auf dem Grundstück Friesengasse erworben hat. Anwohner berichteten der FR, dass die Käufer für das Geschäft eigens eine GmbH gegründet hätten.

Die Polizei teilte dazu lediglich mit, dass die „Hauseigentümerin“ während der Räumungsaktion anwesend gewesen sei. Man habe „im engen Austausch“ gestanden.

Im Auftrag der Hauseigentümerin verschlossen Mitarbeiter einer Fachfirma nach der Räumung die Hauseingänge, um eine neuerliche Besetzung zu verhindern. Gegen alle Personen, die im Haus angetroffen wurden, sind Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet. Alle wurden wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

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