+
Ein Zuschauer mit Sonnenschutz.

Wetter

Ironman Frankfurt: Alle leiden unter der Hitze

  • schließen

Fans wie Sportler kippen beim Ironman um oder kommen gerade so ins Ziel.

Nicht nur die Triathleten des Ironmans Frankfurt müssen mit 40 Grad an diesem Sonntag noch mehr schwitzen und kämpfen als sonst. Michael Sroka vom Deutschen Roten Kreuz, ärztlicher Leiter des Ironman, sagt: „Unsere Angstgegner sind heute nicht die Sportler, sondern die Zuschauer. Denn die Sportler können wir vorbereiten und ihnen auch während der Strecke sagen: ‚Jetzt hörst du auf!‘ Aber bei Zuschauern haben wir da wenig Einfluss.“

Was sie aber vorab taten, war zusammen mit der Frankfurter Polizei auf Twitter wichtige Infos für die Zuschauer zu veröffentlichen: „Kopfbedeckung tragen, viel trinken, Schatten aufsuchen.“ Und: „Auch die Medienberichte vorab haben geholfen, dass viele Zuschauer sich vernünftig verhalten haben, sonst hätten wir wohl noch viel mehr bei dieser Hitze zu tun gehabt“, so Sroka am frühen Sonntagabend. „In unseren Sanititäts-Zelten ist noch Platz.“, sagt er.

30 zusätzliche Rettungswagen für den Ironman Frankfurt

350 Helferinnen und Helfer, darunter 35 Ärzte, waren im Einsatz. Mehr als 2000 Liter Infusionen hatten sie vorbereitet. „Zudem haben wir allein für den Ironman 30 zusätzliche Rettungswagen, sechs davon sind extra wegen der Hitze bestellt worden“, so Sroka. Zudem gab es 30 000 Liter Trinkwasser als Basis für die Elektrolyt-Getränke. Und statt den üblichen acht Tonnen Eis sogar zwölf Tonnen zum Abkühlen. Genaue Zahlen, wie viele Sportler und Patienten medizinisch versorgt werden mussten, gab es am Abend noch nicht.

Aber die klar in Führung liegende US-Amerikanerin Sarah True war 1000 Meter vor dem Ziel völlig entkräftet zusammengebrochen. Sanitäter trugen die 37-Jährige von der Strecke. „Aber sie ist wieder wohl auf. Sie saß bei der Pressekonferenz eben neben mir“, sagt Sroka. Die Hitze machte auch den Amateuren zu schaffen: Der Frankfurter Max Stadler wollte zu den 80 glücklichen Amateuren gehören, die sich in ihrer jeweiligen Altersklasse für den Triathlon auf Hawaii qualifizieren können. Aber sein Traum platzte am Sonntag. „Es war einfach zu heiß. Ich war langsamer, als ich gehofft hatte.“ 

Auch von Eintracht Frankfurt sind Läufer dabei

Beim Laufen dachte der 24-Jährige ab Kilometer zehn nur noch daran, „anzukommen“. Der Student arbeitet in der Triathlon-Abteilung von Eintracht Frankfurt. Und so waren viele Unterstützer da. „Ohne ihre Motivation hätte ich es nicht ins Ziel geschafft.“

Viele seiner Mitbewerber habe er sowohl auf der Strecke sowie beim Zieleinlauf am Römerberg umkippen gesehen. „Bei manchen war ich mir nicht sicher, ob sie wieder so schnell aufstehen werden.“ Nächstes Jahr will Max Stadler nicht beim Ironman antreten. „Ich muss jetzt mal eine Pause machen“, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare