Die Szene am Main sorgt für Aufregung im Netz.
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Die Szene am Main sorgt für Aufregung im Netz.

Tiere

Tod eines riesigen Fischs am Main bei Frankfurt sorgt für Aufregung

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Angler erlegen mitten in Frankfurt einen Wels vor den Augen der Passanten. Behörden sehen keinen Verstoß, die CDU im Römer möchte derartige Szenen aber vermeiden.

Einen gigantischen Fang haben die Angler da gemacht: Eineinhalb Meter misst der Wels, den die Männer mit den Camouflage-Hosen aus dem Main ziehen – und das mitten in der City. Handy-Videos zeigen auf Youtube, wie schaulustige Passanten zunächst fasziniert stehenbleiben. Dann nimmt ein Angler einen Knüppel und haut mehrere Male auf den Fisch ein. Als der Wels sich nicht mehr bewegt, tötet ihn der Mann mit einem Messer. Schimpfworte sind im Video zu hören. „Das ist nicht in Ordnung!“, sagt einer. „Hol doch die Polizei!“, gibt ein anderer zurück.

Die Videos, die das Ereignis im Internet zeigen, wurden inzwischen mehrere Hunderttausend Mal angesehen. Einen Fisch dieser Größe öffentlich zu töten, noch dazu vor Kindern: Ist das erlaubt? „Der Angler muss das sogar tun“, sagt Ralph Rohr, Sprecher des Ordnungsamts. So regle es das Gesetz: Wenn ein geangelter Fisch die Mindestgröße erreicht habe, sei er außerhalb der Schonzeit in jedem Fall waidgerecht zu töten – selbst wenn er die Chance habe weiterzuleben, falls ihn der Angler zurück ins Wasser wirft. Rohr: „Er darf ihn gar nicht zurückwerfen.“

Auch die Untere Naturschutzbehörde im Umweltamt erkennt in dem Fall keinen Verstoß. Wenn der Mann die Erlaubnis habe, an dieser Stelle zu angeln, und wenn es sich um einen essbaren Fisch handele, dürfe er so vorgehen. „Es sieht nicht schön aus“, sagt Umweltamtssprecher Martin Müller, „aber es ist wichtig, dass das Tier nicht lange leiden muss.“ Nicht alle Sportangler sind jedoch glücklich mit der Vorschrift. Einen Fisch im fortpflanzungsfähigen Alter töten zu müssen, der wichtig für den Erhalt der Art sei, erschließt sich vielen nicht. Zumal ein Wels zwar essbar, aber nicht gerade schmackhaft sei. Andere Angler weisen darauf hin, dass der Wels als Räuber kleinere Fische dezimiere; daher sei es sinnvoll, gerade diese Art aus dem Verkehr zu ziehen.

Der sicherheitspolitische Sprecher der CDU im Römer, Christoph Schmitt, möchte Szenarien, wie sie in dem Film zu sehen sind, in Zukunft vermeiden. Die Angler hätten nichts falsch gemacht, „aber die Passanten sind natürlich schockiert“. Er schlägt vor, dass die Stadt für den Uferbereich in der Innenstadt keine Angelkarten mehr vergibt, so dass zumindest vor großem Publikum keine Fische mehr getötet werden. 

Die Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen nach der Wels-Tötung am Mainufer in Frankfurt. Ein Experte kritisiert den Angler scharf.

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