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Gudrun Schmidt (rechts) vom Verein Lebenswertes Ostend hat die Aktion mit initiiert.

Ostend

Auf einen Glühwein mit den Nachbarn

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Die Initiative Paul-Arnsberg-Platz lädt zum vorweihnachtlichen Treffen ein. Planungswerkstätten für die Umgestaltung der Fläche beginnen am 22. Januar.

Der beleuchtete Weihnachtsbaum steht etwas verloren da. Der Paul-Arnsberg-Platz präsentiert sich in seiner ganzen Tristesse: kahl und wenig einladend. Doch wie auf ein geheimes Zeichen strömen plötzlich von allen Seiten Familien, junge und ältere Erwachsene und Kinder herbei und hauchen dem Platz Leben ein. Zu einem weihnachtlichen Nachbarschaftstreffen hat die Paul-Arnsberg-Platz-Initiative (PAPI) geladen. Einige haben Stollen, Dominosteine und selbstgebackenen Plätzchen mitgebracht, alle einen eigenen Becher für den Glühwein oder Kinderpunsch.

Zu der Adventsstimmung gibt es auch klare Worte: „Man kann nicht gegen den Klimawandel agieren und dann solche Plätze gestalten“, gibt sich Gudrun Schmidt, Sprecherin der Initiative, kämpferisch. Nachdem die Mitglieder von PAPI im Umwelt-, im Stadtplanungs- und im Finanzausschuss ihr Anliegen einer Umgestaltung vorgetragen haben, bewegt sich was. Ab 2019 stehen konkrete Planungen an.

Dafür hat die Initiative ab Januar einen durch Spenden finanzierten VHS-Kurs organisiert, in dem sie mit einer Stadtentwicklerin die Umgestaltung professionell angehen wird. Am 22. Januar um 19 Uhr startet der Kurs. Das verkündet Jeannette Kaupp vom Verein Lebenswertes Ostend, zu dem PAPI gehört. Auch mit dem Stadtplanungs- und dem Grünflächenamt werden die Pläne ab Januar konkretisiert. „Unsere Planungsgestaltung soll beispielgebend auch für andere öffentliche Plätze in der Stadt sein“ erklärt Gudrun Schmidt.

Ortsbeirat unterstützt Forderung nach mehr Grünflächen

Auch Ortsvorsteher Hermann Steib und einige Ortsbeiräte sind zum Glühwein gekommen. Der Ortsbeirat unterstützt die Forderung nach mehr Grünflächen mit einer bienen- und schmetterlingsfreundlichen Bepflanzung, Wasserspielen, beweglichen Möbeln und schattenspendenden Bäumen. „Wir sind immer dann auf das Problem des Platzes aufmerksam geworden, wenn beim Frühlingsfest die Sonne auf unsere nur noch durch schütteres Haar bekränzten Köpfe gebrannt hat“ zeigt sich Steib von seiner humorvollen Seite.

Lena K. wohnt erst seit vergangenem Sommer nahe des Platzes. Für sie ist es eine gute Gelegenheit, die Nachbarschaft kennen zu lernen. Familie Lobach hat schon an einigen Aktionen auf dem Platz teilgenommen, auch wenn sie selbst nicht bei PAPI aktiv ist. Neben einer freundlicheren Gestaltung des Platzes ist ihr persönlicher Wunsch ein größerer, regelmäßig stattfindender Markt.

Abdul (10) und Haja (7) wärmen ihre Hände am Keramikbecher voll Punsch und schauen immer wieder zu dem mit selbstgebastelten Sternen, weihnachtlich dekorierten Pappbechern und bunt gestalteten CDs geschmückten Baum. „Wir wollten den Weihnachtsbaum wiedersehen“, sagt Abdul. Nicht nur er und seine Schwester, auch die Kinder aus den umliegenden Schulen und Kitas haben den Baumschmuck selbst gebastelt und aufgehängt.

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