Kommentar zur Einhausung

Eine Riesenchance

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Es ist an der Zeit, dass sich die Stadtverordneten auf die Einhausung der A661 festlegen. Am sinnvollsten erscheint die lange Variante. Ein Kommentar. 

Die Stadtverordneten sollten sich jetzt dazu entschließen, die A661 zu überdeckeln. Denn Hessen Mobil hat vor, die Autobahn im Frankfurter Osten auszubauen. Eine Einhausung brächte mehr Schutz vor Lärm, als es die bis zu zehn Meter hohen Lärmschutzwände, die Hessen Mobil aufstellen will, leisten könnten.

Ein solcher Autobahndeckel wäre auch städtebaulich ein Gewinn, denn im Ernst-May-Viertel könnten mehr Wohnungen entlang der Autobahn entstehen. Das ist in einer Stadt, die wenig Flächen für Wohnbau übrig hat, nicht unerheblich.

Der Deckel ließe sich auch begrünen. Eine Wegeverbindung wäre möglich, die vom Günthersburgpark zum Wasserpark im Nordend und weiter über Huthpark zum Lohrberg in Seckbach führen würde.

Diese Qualitäten werden aber nur bei einer entsprechend langen Einhausung zur Geltung kommen – die 400-Meter-Variante greift zu kurz. Die Entscheidung der Stadtverordneten sollte daher zwischen den Varianten L1 und L2 fallen, die von der Friedberger Landstraße zur Seckbacher Landstraße führen; die längere Variante L1 schließt die Lärmschutzgalerie Seckbacher Landstraße mit ein. Die Kosten liegen mit 178 beziehungsweise 151 Millionen Euro so nahe beieinander, dass die Einbeziehung der Galerie sinnvoll erscheint.

Doch das Zeitfenster, um eine solche Entscheidung zu treffen, schließt sich bald. Hessen Mobil stimmt derzeit die Pläne für den Ausbau der A661 mit dem Bund ab, das Planänderungsverfahren beginnt schon im kommenden Jahr.

Wenn die Stadtverordneten sich deutlich für eine Einhausung aussprechen, kann die Stadt beginnen, sich um Mittel bei Land und Bund zu bemühen, wie es Hamburg bei der Überdachung von drei Autobahnabschnitten entlang der A7 vorgemacht hat. Außerdem könnte Hessen Mobil das Geld für die Lärmschutzwände auf die Einhausung übertragen.

Eine Einhausung birgt natürlich auch Risiken, wenn die Zeit fürs Planen und Bauen sich zieht. Das sollte die Risikoanalyse beziffern, damit es nicht zu einer bösen Überraschung wie bei der Verlängerung der U-Bahn-Linie U5 ins Europaviertel kommt. Dort führte ein Jahr Verzögerung zu rund 100 Millionen Euro Mehrkosten.

Dessen eingedenk bleibt die Einhausung eine Riesenchance für die Stadtteile entlang der Autobahn. Hoffentlich ringen die Stadtverordneten sich bald dazu durch.

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